Die sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten (Englisch: NTDs) betreffen laut Weltgesundheitsorganisation jährlich über eine Milliarde Menschen weltweit. Die WHO führt 20 dieser Erkrankungen auf ihrer offiziellen NTD-Liste, die wenigsten finden öffentliche Beachtung in Deutschland. Dabei ist die Versorgung der am meisten betroffenen Menschen im Globalen Süden sehr lückenhaft, mit gravierenden Folgen für die Weltgesundheit. Zeitgleich nimmt im Globalen Norden die Gefährdung zu, vor allem durch die Auswirkungen des Klimawandels.

Für mehr Engagement gegen NTDs und für positive Veränderungen bedarf es zuerst Aufmerksamkeit sowie ein Wissen um Handlungsmöglichkeiten. Daher möchten wir in fünf Podcast-Episoden, die schrittweise veröffentlicht werden, einige NTDs und ihre Herausforderungen näher vorstellen. Gesprächspartner*innen aus dem Globalen Süden teilen dafür im Interview anschaulich Ihre Einblicke aus medizinischer Forschung, Behandlungsprojekten und Präventionsvorhaben mit uns. In den Blick rückt speziell der afrikanische Kontinent aber auch Lateinamerika und Teile Asiens.

Die einzelnen Podcast-Folgen haben eine Dauer von rund 15 Minuten, eignen sich zum Hören also auch zudem für spannende Information „zwischendurch“.


Zum Welt-NTD-Tag 2024 kommentiert die Pharma-Kampagne in einer Pressemitteilung kritisch die politischen Bemühungen zur besseren Erforschung vernachlässigter Tropenkrankheiten.


Am 15. Januar 2024 gibt Max Klein an der Fakultät Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft Einblicke in die globale Bedeutung vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs). Zielgruppe sind dabei Studierende der HFU, die auch selbst die Veranstaltung mitgestalten und zu ausgewählten NTDs referieren.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Mitte Dezember 2023 ihre Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) um die entstellende und lebensbedrohliche Erkrankung Noma (Wangenbrand) ergänzt.[1] Früher auch in Europa präsent, betrifft sie heute vor allem Menschen südlich der Sahara. Der sogenannte „Noma-Gürtel“ streckt sich vom Senegal bis Äthiopien. In Asien und Lateinamerika werden ebenfalls noch Fälle gemeldet, doch sind belastbare Zahlen weltweit rar. Für die Aufnahme in die Liste hatte sich besonders Nigeria bei der WHO stark gemacht, unterstützt von über 30 anderen Staaten sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen.


Am 13. Dezember 2023 informiert Max Klein ab 18:30 Uhr Studierende und andere Interessierte zum Thema vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs). Die Veranstaltung findet im Forum der O.A.S.E. auf dem HHU Campus statt, in Zusammenarbeit mit dem A² Mentoring-Programm der Hochschule.


Veranstaltung mit dem Aktionsbündnis gegen AIDS

Donnerstag, 23.11.2023, 9:30-10:30 Uhr CET
Bei Interesse muss sich zur Veranstaltung angemeldet werden: Anmeldelink 

Das Thema Klimawandel steht ganz oben auf der politischen Agenda und vom 30. November bis 12. Dezember 2023 findet die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 28) statt. Der Großteil der Diskussionen liegt naheliegenderweise auf Maßnahmen zur Verringerung der globalen Erwärmung. Leider wird den Auswirkungen auf Global Health und damit bestehende Gesundheitsprobleme wie Malaria aber auch auf vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) allgemein noch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wir möchten dem Thema vor COP 28 mehr Gehör verschaffen und diskutieren im Rahmen eines einstündigen Online-Veranstaltung des Aktionsbündnis gegen AIDS (Aga) mit interessanten Gesprächspartner*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Gesundheitsfinanzierung.


Am Montag (23.10.23) spricht Max Klein ab 16 Uhr über Vernachlässigte Tropenkrankheiten. Es soll vor allem darum gehen, zu verstehen, weshalb manche Krankheiten keine Aufmerksamkeit bekommen, obwohl eine große Anzahl an Menschen betroffen ist. 

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten und findet im Rahmen von UAEMs Access to Medcines Week statt.

Wo: Konrad-Cohn-Saal, VW24, CCM, Berlin 


Wiederkehrender Schrecken – limitierte Mittel

Der südindische Bundesstaat Kerala kämpft seit Ende August mit einem Ausbruch des Nipah-Virus (NiV). Es ist bereits das vierte Mal in fünf Jahren, dass dort die Krankheit eingedämmt werden muss. Teils wurden Märkte, Schulen und Büros geschlossen.


Publikationen von Memento Medienpreisträgerin Clara Hellner

Giftige Schlangenbisse stellen eines der am stärksten unterschätzten Probleme globaler Gesundheit dar. In Ländern wie Deutschland fast absent, sind sie in vielen Regionen des afrikanischen Kontinents, Asiens und auch Lateinamerikas vor allem für Bewohner*innen des ländlichen Raums ein alltägliches Risiko. Die WHO schätzt, dass jedes Jahr fast fünfeinhalb Millionen Menschen gebissen werden und zwischen 81.000 und 138.000 daran sterben. Deutlich mehr entwickeln gravierende Folgeerscheinungen und erleiden Amputationen.


Im Pharma-Brief 4-5/2023 druckten wir kürzlich ein Interview mit Daniela Fusco ab. Sie arbeitet am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und ist dort hauptsächlich in der operativen Forschung für vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) tätig. Max Klein sprach mit Frau Fusco über die genitale Schistosomiasis der Frau, ihr Vorkommen in Madagaskar und auch hierzulande.  

zum Interview Schistosomiasis bei Frauen auch in Europa?

Download Pharma-Brief 4-5/2023 (S. 5)


Am 23. Juni gibt die Pharma-Kampagne in Frankfurt am Main einen Input zu NTDs beim Treffen des Arbeitskreis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit (AKME). Der Austausch findet zum Schwerpunktthema Universal Health Coverage statt. 


Deutsches Engagement gegen NTDs bleibt hinter den Erwartungen zurück

Das Thema vernachlässigte Tropenkrankheiten (neglected tropical diseases/NTDs) wurde seit dem Start der Ampelkoalition mehrfach prominent von der deutschen Politik aufgegriffen. Wirklich neue Impulse in der Praxis sind jedoch bislang weniger erkennbar, wie das Beispiel der Förderung von Produktentwicklungspartnerschaften zeigt.


Anlässlich des Welt-NTD-Tages am 30. Januar 2023 ruft die Pharma-Kampagne mit ihrer Pressemitteilung zu mehr Engagement für vernachlässigte Tropenkrankheiten auf: Deutschland muss global gerechte Gesundheitsforschung zukünftig stärker unterstützten, um dem Ziel einer angemessenen Gesundheitsversorgung für alle näher zu kommen. 



Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases/NTDs) sind Infektionskrankheiten, die nicht umsonst ihren Namen tragen: Meist leiden Menschen unter ihnen, die in Armut leben, mangelnder Hygiene ausgesetzt sind und eine schlechte medizinische Versorgung erfahren. Die Weltgesundheitsorganisation zählt 20 Erkrankungen zu den NTDs, weltweit sind mehr als 1,7 Milliarden Menschen direkt betroffen. Die Tendenz ist zudem klar steigend, bedingt durch unter anderem Klimawandel, Globalisierung und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. In der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die internationale Staatengemeinschaft eigentlich festgehalten, NTDs bis zum Jahr 2030 zu beseitigen (vgl. SDG 3). 

Mit unserem Projekt wollen wir die gewandelte Dynamik im Feld der NTDs sowie ihre neue Bedeutung für das SDG-Ziel einer Gesundheitsversorgung für alle Menschen (Universal Health Coverage/UHC) vermitteln, das globale Ausmaß der Last durch NTDs und die bisherigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie deutlich machen. Auch soll die strukturelle Vernachlässigung dieser Infektionskrankheiten in der globalen Gesundheitsforschung herausgearbeitet, Ursachen hinterfragt und mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung dieser ungerechten Konstellation entwickelt werden. Darüber hinaus wird die Rolle der öffentlichen Forschung in der NTD-Bekämpfung unter die Lupe genommen.