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Rückschritte beim Zugang zu Arzneimitteln und minimale Verbesserungen


Bewerbungsphase für den Forschungs- und Medienpreis läuft bis Ende Juli

Mit dem Memento Preis wird besonderes Engagement zu vernachlässigten Gesundheitsbedürfnissen von Menschen in ärmeren Ländern ausgezeichnet. Wir treten dafür ein, dass Menschen weltweit die Gesundheitsversorgung bekommen, die sie benötigen und dies zu Preisen, die sie bezahlen können. Nur so kann das Menschenrecht auf Gesundheit verwirklicht werden. Der Memento Preis wird 2022 in zwei Kategorien vergeben:


Tagung zu Krebs im Globalen Süden diskutiert Handlungsbedarf

Die Versorgung krebskranker Menschen ist in Deutschland ein öffentlich präsentes Thema - solange es um den Globalen Norden geht. Die Situation in ärmeren Ländern wird hierzulande hingegen nur spärlich kommuniziert. Auch in der zivilgesellschaftlichen Arbeit findet sich eine große Lücke auf diesem Gebiet. Mit einer Fachtagung widmete sich die Pharma-Kampagne im Mai der Lage der PatientInnen in Ländern des Südens, den Gründen für die schlechte Versorgung sowie Möglichkeiten für mehr politisches Engagement.


Austausch am 19. Mai widmet sich Krebs im Globalen Süden und der Vision einer allgemeinen Gesundheitsversorgung

Wann? 19. Mai 2022, 10:30-16:30 Uhr (MEZ)


Der Pharma-Brief 3/2022 widmet sich folgenden Themen:


War da noch was? Gesundheitskrisen im Schatten der Pandemie

Das Memento Bündnis lädt unter der Schirmherrinnenschaft der Bundestagsabgeordneten Tina Rudolph (SPD) zum virtuellen Fachgespräch am Dienstag, den 26. April 2022 von 8:00 bis 9:15 Uhr (CET) ein.


Der Pharma-Brief 2/2022 widmet sich folgenden Themen:

Babynahrungshersteller vereiteln das Stillen
Schwangere und Mütter sind aggressiver Werbung ausgesetzt

Über die Hälfte aller Schwangeren und Mütter werden von den Herstellern von Muttermilchersatzprodukten massiv umgarnt. Zu diesem Fazit kommt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks UNICEF, der die Marketingpraktiken der 55 Milliarden US$ schweren Nahrungsmittelindustrie beleuchtet. Bewusst verzerren die Firmen wissenschaftliche Fakten, um Frauen vom Stillen abzuhalten und den Verbrauch von Ersatzprodukten anzukurbeln. Weiterlesen

HIV und Covid-19
Wechselwirkungen und mangelnde Kontrolle 

HIV-Infizierte haben ein um 30% höheres Risiko, schwer an Corona zu erkranken oder daran zu sterben. Das gilt besonders für Menschen, die keinen Zugang zu HIV-Medikamenten haben und deren Immunsystem stark geschwächt ist. Trotzdem gehen beim Zugang zu Impfstoffen gerade HIV-Schlüsselgruppen häufig leer aus. Wechselwirkungen zwischen beiden Pandemien sind offensichtlich und sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen. Weiterlesen

Zähes Ringen um Impfstoff-Patente 
Tödliches Spiel auf Zeit

Seit Monaten wird international um die Freigabe von Patenten in der Covid 19-Bekämpfung gerungen, mittendrin die deutsche Ampel-Regierung. Sie setzt den Blockadekurs der Großen Koalition fort. Zeitgleich unterminiert eine mit Biontech verbandelte Stiftung die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Impfstoffproduktion in Afrika. Weiterlesen

Psychische Krankheiten nehmen weltweit zu
Covid-19 offenbart tiefe Versorgungslücke 

Die Covid-19-Pandemie geht weltweit  mit enormen psychischen Belastungen  einher: Social Distancing, Isolation,  Furcht vor Ansteckung oder erlebtes  Leid im näheren Umfeld. Weltweit  führte das zu einer Zunahme psychischer Erkrankungen. Vor allem während des ersten Pandemiejahres haben schwere depressive Störungen und Angststörungen um rund 25% zugenommen, meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Weiterlesen

Aus aller Welt

  • USA: Opioid-Streit beigelegt
  • Brasilien: Staat muss zahlen
  • Astrazeneca: Finanzbericht 2021
  • Moderna teilt mit Afrika

Download: Pharma-Brief 2/2022 [PDF/1.708kB] 


Es gibt noch freie Plätze in unserer digitalen Seminarreihe „Großbaustelle Arzneimittelversorgung“ im April/Mai! Es erwarten Sie spannende Vorträge, Gruppenarbeiten und Diskussionen zur rationalen Arzneimittelversorgung weltweit.


Die deutschen Ausnahmeregeln schaden

Für Medikamente gegen seltene Krankheiten (Waisen oder Orphans genannt) gibt es in Deutschland einen Zusatznutzen gratis – per gesetzlicher Fiktion. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass das Lob oft unberechtigt ist.


Der Pharma-Brief 1/2022 widmet sich folgenden Themen:

Waisenmedikamente: Geschenkter Nutzen
Die deutschen Ausnahmeregeln schaden

Für Medikamente gegen seltene Krankheiten (Waisen oder Orphans genannt) gibt es in Deutschland einen Zusatznutzen gratis – per gesetzlicher Fiktion. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass das Lob oft unberechtigt ist. Weiterlesen

Covax: Zu spät, zu wenig Covid-19 Impfstoff
Eine Milliarde Dosen für ärmere Länder sind nicht genug
Weiterlesen 

EU: Daumen runter für Alzheimer-Medikament 

Im Juli 2020 hatten wir kritisch über die Zulassung des Alzheimer-Medikaments
Aducanumab (Aduhelm®) in den USA berichtet. Es bekam trotz fehlender Evidenz für einen relevanten Nutzen für die PatientInnen und gegen den Rat der großen Mehrheit der ExpertInnen von der FDA grünes Licht. Ende letzten Jahres entschied die europäische Zulassungsbehörde EMA nun anders. Die Ergebnisse der Studien seien widersprüchlich und es konnte nicht gezeigt werden, dass es klinische Verbesserungen gab. Zudem gebe es Zweifel an der Sicherheit. Ein Erfolg für den VerbraucherInnenschutz.

USA: Grenzen der Preistreiberei bei Medikamenten 

Der US-Pharmaunternehmer Martin Shkreli verfolgte ein besonders lukratives Geschäftsmodell: Er kaufte die Rechte an alten Medikamenten auf, um dann die Preise in schwindelerregende Höhen zu treiben. 2015 steigerte er den Preis für den jahrzehntealten
Wirkstoff Pyrimethamin gegen Toxoplasmose von 13,50 US$ pro Tablette auf 750 US$ (wir berichteten). Wettbewerber hielt er mit allen möglichen Tricks davon ab, preiswerte Generika herzustellen. Die Federal Trade Commission war jetzt gemeinsam mit sieben Bundesstaaten mit einer Klage wegen der Preistreiberei bei dem Medikament erfolgreich. Der Unternehmer muss 64,6 Mio. US$ Schadensersatz zahlen. Obwohl Shrekli wegen Wertpapierbetrugs bereits 2017 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde, befürchtete
die Richterin, dass der Manager zum unbelehrbaren Wiederholungstäter werden könnte. Das Gericht untersagte ihm lebenslänglich, wieder in der Pharmabranche tätig zu werden. 

WHO: Geld für Kernauftrag fehlt 
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Gesundheitsversorgung in Sierra Leone
Interview mit Susanne Schröder von den Driving Doctors

Im Rahmen des Bildungsprojektes „Großbaustelle Arzneimittelversorgung“ konnten im letzten Jahr mehrere Interviews mit Akteuren im Globalen Süden geführt werden. Thema war der Zugang zu Gesundheitsleistungen wie Medikamenten oder  gesundheitsbezogenem Wissen. Susanne Schröder lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben und berichtet von der Situation im westafrikanischen Sierra Leone. Weiterlesen

Blutskandal und Ehre?
US-Dokumentarfilmer in Italien angeklagt
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Gesundheit – global und gerecht

Unser Jahresrückblick informiert über unsere Projekte und Aktivitäten im Jahr 2021. Weiterlesen

Aus aller Welt 
Covid: Rückschlag für Arme, Fest für Reiche 
Antibiotika: Viele Tote durch Resistenzen 
EU: Mehr Transparenz bei Arzneimitteln 
Deutschland: Medikamente im Wasser 

Download: Pharma-Brief 1/2022 [PDF/685kB]  


Die Weltgesundheitsorganisation leidet an chronischer Unterfinanzierung. Die Mitgliedsbeiträge decken nur ein Sechstel des ohnehin geringen Jahresbudgets von drei Milliarden Dollar.[1] Der Rest sind freiwillige Leistungen weniger Staaten und Stiftungen. Eine im Auftrag der Weltgesundheitsversammlung eingesetzte externe ExpertInnengruppe zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit der WHO bei internationalen Gesundheitskrisen hatte gefordert, den Anteil der Mitgliedsbeiträge auf zwei Drittel des Budgets zu steigern.


Was fördert und was behindert eine rationale Arzneimittelversorgung?

Die digital stattfindenden Kurse im Rahmen des Bildungsprojektes "Großbaustelle Arzneimittelversorgung" richten sich an Mitarbeitende deutscher NGOs und an politische Entscheidungstragende: Lernen Sie neue Handlungsperspektiven kennen, die bei der inhaltlichen Ausrichtung und Planung Ihrer Projekte im globalen Süden nützlich sind.

Die Seminarreihe bestehend aus fünf verschiedenen Kursen wird zwei Mal angeboten: Im Frühjahr sowie im Herbst 2022!


Die vom Pharma-Brief mitherausgegebene Zeitschrift „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ sucht eine Redakteurin für Online und Print.


Ein human- und veterinärmedizinischer Appell

Zum heutigen Weltantibiotikatag richten 31 Organisationen aus Humanmedizin, Veterinärmedizin und Umweltschutz einen Appell an die EU- und Bundespolitik: Wichtige Reserveantibiotika müssen raus aus der industriellen Tierhaltung, um die Entstehung von Resistenzen zu bremsen! Im Sinne des One-Health-Ansatzes gilt es, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt zusammen zu denken und Antibiotikaresistenzen viel entschiedener zu bekämpfen. Denn nichts weniger als die globale Gesundheit steht auf dem Spiel. Zahlreiche Prominenten unterstützten den Appell, so der Arzt und Fernsehmoderator Dr. Eckart von Hirschhausen, der Tierarzt und Buchautor Rupert Ebner oder die Europaabgeordnete und Fernsehköchin Sarah Wiener.


Belastung des deutschen Gesundheitssystems durch hochpreisige neue Medikamente

Im gerade erschienenen Arzneimittel-Kompass 2021 geht es um hochpreisige neue Medikamente, die das deutsche Gesundheitssystem immer stärker belasten. Oft steht dabei dem Preis kein entsprechender Zusatznutzen gegenüber. Auch lassen sich die Preise nicht mit den Forschungskosten rechtfertigen.

Eine internationale Sicht der Dinge bringt BUKO Pharma-Kampagne Mitarbeiter Jörg Schaaber ein.


Stimmen zur Arzneimittelversorgung im globalen Süden

In den letzten Wochen konnten verschiedene Akteure aus dem globalen Süden im Rahmen des Projektes „Großbaustelle Arzneimittelversorgung“ interviewt werden. Die BUKO Pharma-Kampagne gewann Stimmen aus Mexiko, Sierra Leone und Malawi sowie anderen afrikanischen Ländern und sprach mit ihnen über generelle Zugangsproblematiken zu Gesundheitsleistungen sowie die Qualität von mal mehr und mal weniger vorhandenen Arzneimitteln.


Entwicklungen im Bereich Globale Gesundheit

Das Memento Bündnis freut sich, zur Verleihung des Memento Preises 2021 einzuladen. Die digitale Abendveranstaltung findet am 2.12.21 ab 19:00 Uhr statt.


Zentrales Hörsaalgebäude wird zum Ausstellungsort

Zwischen dem 25. Oktober und dem 7. November wird unsere Wanderausstellung rund um das Thema Antibiotika-Resistenzen im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni Göttingen stehen. Unsere multimediale Ausstellung gibt Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen Resistenzen und was fördert diese Entwicklung? Welche Probleme bereiten die Superkeime in Deutschland und wie bedrohlich sind sie anderswo?


One Health und Antibiotikaresistenzen 

Am Mittwoch, den 27. Oktober von 14 bis 15:30 Uhr werden die derzeitigen Praktikantinnen der Pharma-Kampagne Rosani Thambithurai und Solveig Bruchhof im Rahmen der Konferenz der Visionen und Solidarisch geht anders einen Vortrag über das Thema Antibiotikaresistenzen mit Bezug auf vier Länderstudien aus Indien, Tansania, Südafrika und Deutschland halten. Der Vortrag bezieht auch Materialien wie Filme aus unserer virtuellen Ausstellung mit ein und endet mit einer kleinen interaktiven Aufgabe sowie einer anschließenden Fragerunde.


Online Side-Event am 25. Oktober

Am Montag, den 25.10., veranstaltet die Deutsche Plattform für Globale Gesundheit anlässlich des World Health Summit in Berlin gemeinsam mit dem Geneva Health Hub von 16:00 bis 17:30 Uhr ein Webinar, zu dem herzlich eingeladen wird.

Der Titel der digitalen Veranstaltung lautet "Do we need a pandemic treaty? A CSO perspective. Preliminary findings of a G2H2 study". Vorgestellt werden vorläufige Ergebnisse der G2H2-Studie über den Vorschlag eines Pandemievertrags für eine zukünftige Pandemievorsorge und -bekämpfung. Erst im November wird die Studie in Genf bei einer Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung offiziell präsentiert.