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BUKO zu Gast bei der Bielefelder Global Health Initiative

Einladung an alle Interessierten:

Die BUKO Pharma-Kampagne veranstaltet gemeinsam mit der Bielefelder Global Health Initiative (BiGHI) ein Webinar zu Antibiotikaresistenzen und One Health - anlässlich der European Public Health Week am Thementag „All for one health“.


2021 01 Spezial KrebsBei kaum einer anderen Erkrankung zeigt sich die massive globale Ungerechtigkeit so deutlich wie bei Krebs. PatientInnen im globalen Süden haben kaum Chancen, eine angemessene Versorgung zu bekommen. Die Gesundheitssysteme sind schwach und die für die Therapie notwendigen Medikamente oft unbezahlbar. Die vorliegende Broschüre rückt die dramatischen Versorgungslücken in den Fokus. Sie bietet Daten zur globalen Krebslast und benennt die Hürden beim Zugang zu Präventionsangeboten, Behandlungen und Medikamenten. Fünf Länderstudien aus dem globalen Süden machen greifbar, wie schwierig die Situation für KrebspatientInnen, AktivistInnen und Behandelnde vor Ort ist und wie dringend der Handlungsbedarf. Schließlich berichten wir über Lichtblicke und Handlungsansätze für Wege aus dieser Krise – hin zu einer besseren und gerechteren Versorgung.

 

Download: Pharma-Brief Spezial 1/2021 Unbezahlbar krank [PDF]
Die Broschüre kann auch für 5,- € bestellt werden. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Paragraf 87 des Aufenthaltsgesetzes einschränken – JETZT UNTERZEICHNEN!


Max Klein über Probleme in der krebsversorgung

Im Rahmen der Online-Reihe "talk & act" lädt die BUKO zu einem Seminar mit Max Klein ein. Er wird am Abend des 3.5. das aktuelle Projekt "Unbezahlbar krank? Krebserkrankungen im globalen Süden" der BUKO Pharma-Kampagne vorstellen.


Zivilgesellschaft kritisiert Vorstoß der neuen WTO-Führung

Hinweisschild Sackgasse Flensburg Soenke RahnÜber 240 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch die BUKO Pharma-Kampagne, haben sich in der vergangenen Woche mit einem offenen Brief an die neue WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala gewandt. Das Schreiben kritisiert den von der Welthandelsorganisation jüngst lancierten sogenannten Dritten Weg, der eine Alternative aufzeigen soll zum weiterhin blockierten Prozess um den „Patent-Waiver“ von Indien und Südafrika.


Wohin mit der ganzen Kohle?

Pünktlich zum gestrigen Weltgesundheitstag publizierte die Aktionsgruppe Gesundes Klima des Netzwerks Kritische MedizinerInnen Deutschland ein Positionspapier mit dem Titel „Wohin mit der ganzen Kohle? - Divestment im Gesundheitssystem“.

In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung wurde das Positionspapier - unterstützt von mehreren Gesundheitsgruppen und Organisationen, darunter auch die BUKO Pharma-Kampagne - vorgestellt und damit Widersprüche in der Gesundheitspolitik deutlich gemacht.


One World One Health

... unter diesem Schlagwort aus 40 Jahren Kampagnenarbeit laden wir ein zu unserer zweitägigen Konferenz vom 30.4. bis 1.5.2021!


Über TRIPS Waiver und Patentschutzaufhebung

Symbols vaccine FlaviovivoriosallesAm 17. März 2021 fand das virtuelle Fachgespräch "Covid-19 vaccines: low supply despite huge demand. How can this be?" statt, das die BUKO Pharma-Kampagne gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt und der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW (alle gemeinsam sind das Memento-Bündnis) veranstaltet haben. Redner:innen waren Achal Prabhala von AccessIBSA aus Indien, Umunyana Rugege von Section 27 aus Südafrika und Dimitri Eynikel von MSF aus Brüssel.

In der Diskussion ging es vordergründig um die ungerechte globale Impfstoffverteilung und Möglichkeiten, diese gerechter zu gestalten. Ein Schwerpunktthema war der so genannte TRIPS Waiver, also der Vorschlag Indiens und Südafrikas, den Patentschutz für Impfstoffe und andere Medizintechnologien zeitweise auszusetzen, um zügig mehr Impfdosen produzieren zu können. 

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann auf Youtube angesehen werden: Paneldiscussion: The global distribution of Covid 19 vaccines

Bild Impfe © Flaviovivoriosalles


Impfgerechtigkeit – Für Afrika nur Krümel?

Jrg SchaaberBFreyIm Rahmen der Veranstaltungsreihe Bielefelder Vorträge zum Zeitgeschehen hält Jörg Schaaber am nächsten Mittwoch (24.3.21) von 18 bis 20 Uhr einen Vortrag über die weltweite Impfstoffverteilung. Das Versprechen der Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation und weiterer Regierungschefs, auch Entwicklungsländer hinreichend mit SARS-CoV-2-Impfungen zu versorgen, ist bis heute nicht eingelöst. Wieso das so ist und was daraus für die Zukunft zu lernen ist, erklärt Jörg Schaaber in seinem Vortrag. 

Weitere Infos im Veranstaltungskalender der Stadtbibliothek.

Die Stadtbibliothek überträgt den Vortrag im Livestream. Die Teilnahme ist kostenlos, erfordert allerdings eine vorherige Anmeldung.

Bild Jörg Schaaber © Barbara Frey


Protestaktion vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin

WTO Patentaktion vorm WirtschaftsministeriumPatentaussetzung in der Covid-19-Pandemie weiter in Wartestellung

Weltweit erhöhen zivilgesellschaftliche Akteure den Druck, damit die Blockade des „Patent-Waivers“ für Covid-19-Produkte durch reiche Staaten bei der Welthandelsorganisation WTO endlich zu einem Ende kommt. Auch Deutschland, unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, bremst die wichtige Initiative von Indien und Südafrika aus.[1] Um auf diese destruktive Rolle aufmerksam zu machen und einen Sinneswandel anzuregen, führten mehrere zivilgesellschaftliche Gruppen, darunter auch die Pharma-Kampagne, vergangene Woche eine Protestaktion vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin durch.


Globaler Zugang zu Impfungen und geistige Eigentumsrechte

Leaked Covid prices sCovid-19-Impfstoffe sind derzeit ein knappes Gut. Die Patentinhaber entscheiden alleine, wo und wieviel Impfstoffe hergestellt werden und wer sie bekommt. Eine Ausweitung der Produktion durch Generikahersteller wäre naheliegend. Doch die Industrie lehnt das in der Welthandelsorganisation diskutierte Aussetzen von geistigen Eigentumsrechten ebenso ab wie freiwillige Lizenzen und Technologietransfer durch den WHO-Patentpool C-TAP.[1] Patente seien nicht das Problem, behauptet Big Pharma.

Es ist keine Frage, dass es bei Covid-19 global ungerecht zugeht. Auf zehn Länder entfallen 75% der bislang verimpften Dosen, während in 130 Ländern bis Ende Februar noch niemand geimpft wurde. Nicht nur eine gerechtere Verteilung, vor allem auch mehr Impfdosen wären notwendig.

Wie das am besten erreicht werden kann, ist derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages prallten am 24.2.2021 die Meinungen aufeinander.[2] Dr. Siegfried Throm, der als Vertreter der großen Pharmafirmen für den Verband forschender Arzneimittelunternehmen (VfA) sprach, versuchte in Verdrehung der Tatsachen das Problem kleinzureden: „Wo ist der Bedarf? Es dauert ein bisschen. Aber das gilt nicht nur für die Länder in Europa oder auch in anderen Teilen, sondern das gilt natürlich weltweit.“

VertreterInnen der Pharma-Kampagne, Ärzte ohne Grenzen und Medico International, die bei der Anhörung ebenfalls zugegen waren, betonten dagegen, dass es versäumt wurde, rechtzeitig Voraussetzungen für die globale Massenproduktion von Impfstoffen und Medikamenten zu schaffen. Es sei jetzt dringend notwendig, Patente freizugeben und Technologietransfer zu leisten, um weiteren Herstellern die Produktion von Impfstoffen zu ermöglichen.


"Durch Krisen lernen – Eine Welt neu denken" - digitale Konferenz

Logo Eine Welt Netz KonferenzDas Eine Welt Netz NRW lädt zur alljährlichen Eine-Welt-Landeskonferenz am 12. und 13. März 2021 ein. Die Konferenz wird in digitaler Form über das interaktive Tool gather.town sattfinden. Verschiedenste ReferentInnen aus dem globalen Norden und Süden, aus der Politik, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaft sind eingeladen. Darüber hinaus sind Workshops geplant, die zur Diskussion anregen sollen: Was lernen wir aus aktuellen Krisen wie der Pandemie und dem Klimawandel? Wie schaffen wir eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit?

Die BUKO Pharma-Kampagne ist mit dabei und wird die virtuelle Ausstellung auf dem digitalen Markt der Möglichkeiten präsentieren.


Impfstoff als global öffentliches gut

Die Europäische Bürgerinitiative Right to Cure fordert, dass die Europäische Kommission alles in ihrer Macht Stehende tut, um Behandlungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und vor allem Impfstoffe zu global öffentlichen Gütern zu machen, die für jeden Menschen auf der Welt ohne Hürden zugänglich sind. Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit und somit auch auf Heilmittel. Logo Right to Cure


Forderung: "kein Patentschutz auf lebensnotwendige Medikamente und Impfstoffe"

Berlin/Bielefeld, 19.02.2021

In einem offenen Brief hat sich ein Zusammenschluss von international arbeitenden Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen heute Vormittag an die Kanzlerin Angela Merkel gewandt. Dieser offene Brief erinnert zunächst daran, dass eine bestmögliche Gesundheitsversorgung zu jeder Zeit und besonders in Zeiten einer Pandemie ein Menschenrecht darstellt. Die Organisationen, darunter auch die BUKO Pharma-Kampagne, machen auf die ungerechte Impfstoffverteilung weltweit aufmerksam und sprechen sich für eine Patentschutzaufhebung aus.


EU-Maßnahme gegen Pharma-Hersteller Aspen lenkt den Blick auf globale Preishürden

Die Europäische Kommission hat in der vergangenen Woche die Verpflichtungszusagen der Firma Aspen Pharmacare für bindend erklärt. Der jahrelange Streit mit dem Hersteller um extreme Kosten und geringe Verfügbarkeit von sechs Arzneimitteln soll damit beigelegt werden. Konkret geht es um die Wirkstoffe Melphalan, Chlorambucil, Mercaptopurin, Tioguanin und Busulfan, die bei der Behandlung verschiedener Formen von Blutkrebs eingesetzt werden.

Aspen Durban panoramio xeonAspen hatte die Herstellung der Präparate 2012 nach Auslauf des Patentschutzes übernommen – und anschließend die Preise nach oben gejagt. Die EU antwortete 2017 mit einem Prüfverfahren und warf dem Hersteller vor, seine Marktmacht zu missbrauchen: „Selbst nach Berücksichtigung einer angemessenen Rendite hätten die Preise durchschnittlich um fast 300 Prozent über den relevanten Kosten gelegen, so die Kommission, wobei der Überschuss von Produkt zu Produkt und von Land zu Land unterschiedlich groß ausgefallen sei.“[1] Deutschland war als eines der ersten europäischen Länder von den Preissprüngen betroffen.


Zugang zu Impfstoffen weltweit und in ausreichender Menge - Appell an zwei deutsche Impfstoffhersteller 

CC Flickr Pfizer BioNTech Spritze in ImpfdoseBielefeld, 11.02.2021

In einem offenen Brief haben sich über 20 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch die BUKO Pharma-Kampagne, an zwei deutsche Impfstoffhersteller gewandt. Die Schreiben sind ein Appell an BioNTech (im Folgenden zu lesen) und CureVac, die von ihnen produzierten Impfstoffe allen Menschen weltweit in ausreichenden Mengen und zu bezahlbaren Preisen zugänglich zu machen:


Globale Impfstoffversorgung in der Sackgasse?

Mit dem Covid-19-Impfstart in einigen Ländern wird der Blick auf die Verteilungspraxis kritischer. Dabei rücken besonders die verschiedenen Initiativen bei der WHO und der WTO in den Fokus.

Während in Deutschland eine Debatte darüber tobt, wann in den kommenden Wochen die notwendigen Impfstoffmengen gegen Covid-19 zur Verfügung stehen, stellt sich für den Großteil des globalen Südens die Frage, wie viele Monate oder Jahre vergehen mögen, bis es ausreichenden Zugang gibt.


Wissensstand noch unbefriedigend

BioNTech COVID 19 Vaccine 22Mehrere Impfstoffe gegen Covid-19 stehen kurz vor der Zulassung oder haben schon eine Notfallzulassung erhalten. Aber was wissen wir überhaupt über Nutzen und Risiken?

Die Medien berichten über eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe von 90% und mehr.[1],[2] Die Meldungen suggerieren, dass damit die Verhinderung schwerer Erkrankungen und die Unterbrechung der Übertragung von Covid-19 gemeint sind. Das ist ein Missverständnis, vermutlich ausgelöst dadurch, dass die kursierenden Zahlen im Wesentlichen auf kurzen Pressemitteilungen der Hersteller beruhten, nicht aber auf unabhängig begutachteten wissenschaftlichen Veröffentlichungen über die Impfstoffe.

Was gemessen wird

Nach erheblichem Druck von WissenschaftlerInnen haben vier Impfstoffhersteller[3] ihre Studienprotokolle öffentlich gemacht. Deshalb kann man genau sehen, was tatsächlich geprüft wird. Peter Doshi, Mitherausgeber des British Medical Journal (BMJ) hat die Protokolle durchgesehen. Seine Schlussfolgerung: „Keine der Impfstudien ist so angelegt, dass sie eine signifikante Verringerung der Krankenhauseinweisungen, der Aufnahmen in die Intensivstation oder der Todesfälle entdecken kann.“[4] Als ausreichendes Kriterium für den Erfolg der Impfung gilt eine Reduktion des Auftretens von Symptomen wie Husten und Fieber, verbunden mit einem Labornachweis von Covid-19. Die Schwere der Erkrankung spielt


Carre JS2001 erschien „Der ewige Gärtner“ von John le Carré. Was hat das mit der Pharma-Kampagne zu tun?

Es fing mit einem Anruf an. „Ich recherchiere im Auftrag eines Krimi-Autors“, ließ uns eine Dame in unverkennbar Schweizer Dialekt wissen. Sie bräuchte Information zur Pharmakritik und der Pharma-Kampagne selbst. Erst beim zweiten Telefongespräch fiel der Name. Ob der Autor uns besuchen könne?

Keine Woche später, Anfang April 2000, saß David Cornwell – so hieß John le Carré im wirklichen Leben – im Büro der Pharma-Kampagne im Welthaus Bielefeld. Ein perfekter Gentleman, höflich, zurückhaltend, aber warmherzig. Ein aufmerksamer Zuhörer, der viele Fragen zu den Geschäftspraktiken der Pharmaindustrie in den ärmeren Ländern der Welt hatte und was wir dagegen tun. Erst mitten im Gespräch gestand er uns, dass er die Pharma-Kampagne schon fest in die Handlung des Buches, das er gerade schreibe, eingeplant habe. Ob wir damit einverstanden sein? Wir würden das Manuskript auch vorher zu sehen bekommen.



Gileads Remdesivir-Deal im Zwielicht

Bild: Joyce N. Boghosian/White House

Der US-Pharmakonzern Gilead hat mit der EU einen milliardenschweren Vertrag über Remdesivir geschlossen. Dabei wusste die Firma zu diesem Zeitpunkt schon, dass eine große Studie mit dem Medikament negativ ausgegangen war.

Am 16. Oktober 2020 verkündete die WHO, dass Remdesivir gegen Covid-19 praktisch nutzlos ist. Das hat eine Zwischenauswertung der großen von der WHO geleiteten Solidarity-Studie ergeben.[1] WHO Generaldirektor Dr. Tedros Ghebreyesus: „Remdesivir und Interferon tragen kaum etwas oder gar nichts dazu bei, den Tod durch Covid-19 zu verhindern oder den Krankenhausaufenthalt zu verkürzen.“[2] Die Untersuchungsarme mit diesen Medikamenten wurden gestoppt. Bereits im Sommer waren zwei Wirkstoffe wegen Unwirksamkeit aus der Studie geflogen.[3] Die WHO-Studie wird mit anderen Arzneimitteln fortgesetzt.