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CT transparency Uni 2019 cover

Bielefeld, Bristol, Brüssel, Amsterdam (30. April 2019). Zum Schutz von PatientInnen müssen die Ergebnisse aller klinischen Studien in der EU seit 2014 zentral veröffentlicht werden. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass viele europäische Universitäten diese Verpflichtung nur schlecht erfüllen.

Ein gemeinsamer Bericht von BUKO Pharma-Kampagne (Deutschland), TranspariMED (Vereinigtes Königreich), Test Aankoop (Belgien) und Health Action International (Niederlande) macht gravierende Defizite deutlich. Untersucht wurden die 30 Universitäten, die die meisten Studien in der EU durchführen.

 

 

  • Bei 778 klinischen Studien waren keine Ergebnisse auf dem dafür eingerichteten EU-Portal hinterlegt, obwohl sie bereits länger als 12 Monate abgeschlossen waren. Damit fehlen Angaben zu 83% der von diesen Unis durchgeführten Studien.

  • Während die britischen Unis im Schnitt 69% der Ergebnisse veröffentlicht haben, schneiden die anderen Länder mit nur 7% sehr schlecht ab.

  • Von den einbezogenen drei deutschen Universitäten schneidet München mit 7% noch am besten ab. Die Charité kommt auf lediglich 2% und die Uni Heidelberg hat kein einziges Studienergebnis auf dem EU-Portal veröffentlicht.

  • Positiv sticht in Deutschland nur die Uni Münster hervor: Sie hat 58,8% aller Studien veröffentlicht.[1] Da sie nicht unter den untersuchten Top 30 Forschungsstätten ist, wurde sie jedoch in die vorliegende Untersuchung nicht eingeschlossen.

Da die Universitäten ihre Ergebnisse selbst in das EU-Portal hochladen können, gibt es keine Ausrede für die Intransparenz. Das King’s College in London und die Universität Oxford mit Berichtsraten von 93% zeigen, dass man es besser machen kann.

Wahrscheinlich liegt die Zahl der fehlenden Studienergebnisse sogar noch deutlich höher. Durch mangelhaftes Management der entsprechenden Register fallen wohl viele Studien von vorneherein durch das Raster. Es besteht die reale Gefahr, dass die Resultate dieser Arbeiten vollends verloren gehen, wenn Universitäten und die Kontrollbehörden nicht schnell handeln. Jörg Schaaber von der Pharma-Kampagne sagt zu den Ergebnissen der Untersuchung: „Die unterlassene Veröffentlichung von Studienergebnissen ist kein Kavaliersdelikt. Sie hat negative Konsequenzen für PatientInnen, die deshalb vielleicht nicht die optimale Therapie erhalten. Zudem stellt sie eine Verschwendung von Krankenkassenbeiträgen und Steuergeldern dar.“

Ausführliche Informationen:
TranspariMED et al. (2019) Clinical Trial Transparency at European Universities. Mapping unreported drug trials.
www.bukopharma.de/images/pressemitteilungen/2019/Clinical_Trial_Transparency_EU_Universities_2019.pdf

[1]http://eu.trialstracker.net/sponsor/university-of-munster

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