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(24.8.2017) Seit mehr als 30 Jahren sind kaum neue antibiotische Wirkstoffe entwickelt worden. Die Pharmaindustrie zeigt wenig Interesse an der Antibiotika-Forschung. Diese ist nicht lukrativ, denn neue Antibiotika sollen nur so selten wie möglich verordnet werden. Ein globaler Forschungsfonds kann Abhilfe schaffen.

Er sorgt dafür, dass erfolgversprechende Forschungsprojekte gezielt unterstützt werden und neue Antibiotika ohne Patente und somit kostengünstig hergestellt werden können. Mehr dazu

Zum Erklärvideo: "Antibiotika-Forschung ankurbeln"

pexels photo 164652(8.8.2018) Die US-FDA lädt regelmäßig ExpertInnen ein, die ihre Ansichten über anstehende Zulassungen äußern. Das US-Magazin Science deckte auf, dass es ein System der nachträglichen Belohnung gibt. Nicht nur ExpertInnen profitieren davon, ebenso MitarbeiterInnen der FDA.

Auch wenn das Votum des Advisory Committee für die Behörde nicht bindend ist, folgt sie meist der Ansicht der Fachleute. Wer an einem solchen Treffen der FDA teilnimmt, muss eine Erklärung zu Interessenkonflikten ausfüllen. Wenn die FDA sie als relevant ansieht, werden sie bekanntgegeben. Ist jedoch noch kein Geld geflossen, kann auch nichts offengelegt werden. Doch auffällig häufig erhalten ExpertInnen aus Advisory Committees später erhebliche Summen von Pharmafirmen. Science wertete über 20 Advisory Committees der FDA aus. Insgesamt hatten dabei 107 ÄrztInnen abgestimmt, die keine Interessenkonflikte angegeben hatten. 66 erhielten später Pharmagelder, 40 davon über 10.000 US$, sieben sogar mehr als eine Million US$.
Auch die MitarbeiterInnen der FDA, die die Zulassungsanträge inhaltlich bearbeiten, sogenannte Reviewers, laufen Gefahr, bei ihrer Arbeit künftige Jobs im Auge zu haben. Die Redakteure von Science deckten auf, dass von 16 Reviewers, die die FDA verließen, 11 entweder direkt bei einer Pharmafirma anfingen oder als Berater für die Industrie tätig wurden.4 Leitende MitarbeiterInnen der Behörde dürfen nach dem Wechsel in die Industrie ein bis zwei Jahre die Firma nicht bei der FDA vertreten. Das gilt aber nicht für gewöhnliche Reviewer.

2009 gab es gleich zwei FDA Advisory Committees zu Quetiapin (Seroquel® von AstraZeneca). Dabei ging es um die Frage, ob Quetiapin künftig auch gegen Schizophrenie und bipolare Störungen eingesetzt werden dürfe. Bereits damals war bekannt, dass der Wirkstoff, wenn er mit anderen Medikamenten kombiniert wird, plötzlichen Herzstillstand auslösen kann. Trotzdem stimmten die beratenden ÄrztInnen mit großer Mehrheit beiden Zulassungserweiterungen zu.
Auch ein FDA-Mitarbeiter fiel bei einem der Meetings zu Quetiapin 2009 auf: Thomas Laughren, damals Direktor der Abteilung Psychopharmaka bei der FDA, kanzelte den Wissenschaftler Wayne Ray, der seine Untersuchung zum plötzlichen Herzstillstand vorgestellt hatte, regelrecht ab. Laughren hielt dagegen die Auswertung der Studien von AstraZeneca für glaubwürdig, in denen kein Risiko erkennbar war. Kurz nach den Anhörungen verließ Laughren die FDA und gründete eine Beratungsfirma, die auch AstraZeneca bei Zulassungen half.
Karen Birmingham, Pressesprecherin von AstraZeneca, sieht die Rolle von ehemaligen Behördenmitarbeitern dennoch positiv. Sie „bringen die Perspektive von erfahrenen Regulierern ein“ und würden damit den heutigen MitarbeiterInnen der Zulassungsbehörde helfen, „herausfordernde Entscheidungen über die Zulassung innovativer Arzneimittel, die Behandlungslücken schließen, zu treffen.“ Vinay Prasad, der die erste Untersuchung zum Drehtüreffekt bei der FDA durchgeführt hat, sieht das etwas anders. Schwache Regeln zu Interessenkonflikten bei der FDA und künftige Beschäftigungsaussichten, brächten die Bewertungen der Behörde in eine Schieflage.

Quellen:
http://www.sciencemag.org/news/2018/07/hidden-conflicts-pharma-payments-fda-advisers-after-drug-approvals-spark-ethical
http://www.sciencemag.org/news/2018/07/fda-s-revolving-door-companies-often-hire-agency-staffers-who-managed-their-successful

Unterrichtseinheit KlimaKlimawandel und globale Gesundheit stehen im Fokus dieser Unterrichtseinheit für Berufsschulen und Auszubildende in Gesundheitsberufen. Die 8-seitige Broschüre mit Unterrichtskonzept und Arbeitsbättern bereitet die Schülerinnen und Schüler auf zukünftige berufliche Herausforderungen vor und sensibilisiert sie für die komplexen Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel. Die Materialien legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Atemwegs-Erkrankungen in Indien und Deutschland. Dabei wird z. B. auch die Debatte um Diesel-Fahrverbote aufgegriffen. Fünf Arbeitsblätter regen dazu an, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und klimaschützende Maßnahmen im eigenen beruflichen Umfeld umzusetzen.

Hier können Sie die Schulmaterialien "Klimawandel und globale Gesundheit am Beispiel von Atemwegs-Erkrankungen" kostenlos herunterladen [PDF/480kB]

Memento 2018Das Memento Bündnis hat ein Positionspapier zur globalen Gesundheitsstrategie der Bundesregierung veröffentlicht und fordert alternative Konzepte für die Forschung.

Die Organisationen Ärzte ohne Grenzen, BUKO Pharma-Kampagne, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. und Brot für die Welt haben sich 2014 als Memento-Bündnis zusammengetan, um auf die unzureichende Forschung und Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika für Menschen in ärmeren Ländern aufmerksam zu machen. Im Mittelpunkt stehen die vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten und armutsassoziierten Krankheiten.

Das Positionspapier finden Sie hier.

DSC02512 cJetzt geht’s los! Nach erfolgreicher Premiere in Bielefeld ist unsere Straßentheatergruppe Schluck & weg ab sofort mit ihrem neuen Stück auf Tournee. Das schräge und humorvolle Märchen von Königin Diarrhöa zeigt die Folgen des Klimawandels: Extremes Wetter und zunehmende Erwärmung machen die Menschen krank – überall auf der Welt. Es ist Zeit, zu handeln! Sämtliche Auftrittsorte und –zeiten der zweiwöchigen Tournee finden Sie hier.

NEU: Der Blog zur Tournee

Außerdem gibt es diesmal auch einen Blog zur Theatertour, den die SchauspielerInnen der Theatergruppe schreiben. Sie berichten dabei selbst über ihre Eindrücke während der Tournee: https://bukopharmatheater.wordpress.com/

  

Den Trailer zur diesjährigen Tour gibt es hier zu sehen:

IMG Knigin IsabellaUnser Straßentheater Schluck & weg ist mit "Ein Königreich am Abgrund" zum Thema Klimawandel und Gesundheit auf Tour. Hier gibt es das Flugblatt mit allen Infos zur diesjährigen Tournee und ihrem Thema.

Die Termine lauten wie folgt:
- Hamm am 10.9. ab 10 Uhr im Elisabeth-Lüders Berufskolleg
- Dortmund am 11.9. ab 10.30 Uhr auf dem Platz von Netanya,
- Aachen am 12.9. ab 11 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz,
- Köln am 13.9. ab 12 Uhr auf dem Wiener Platz,
- Herborn am 14.9. ab 10.30 Uhr im Rahmen des Aktionstages zur „Information über den Zusammenhang von Klimawandel und Gesundheit“,
- Wetzlar am 15.9. ab 10 Uhr auf dem Eisenmarkt,
- Ulm am 17.9. ab 11.30 Uhr auf dem Münsterplatz,
- München am 18.9. ab 10 Uhr auf dem Odeonsplatz,
- Heidelberg am 19.9. ab 10.30 Uhr am Anatomiegarten,
- Hochheim/Main am 20.9. ab 11.30 Uhr in der Edith-Stein-Schule,
- Bad Nauheim am 21.9. ab 7.55 Uhr in der Berufsschule am Gradierwerk,
- Münster am 22.09. in der Klemensstr. 10 am Beginn der Fußgängerzone.
Alle Veranstaltungen inkl. unserer Kooperationspartner finden Sie auch auf der Facebook-Seite von Schluck & weg.

Download: Flugblatt zur Tournee 2018 [pdf/550kB]

 

globale gesundheitDie Deutsche Plattform für Globale Gesundheit hat einen Katalog von Anforderungen an die neue Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung aufgestellt. Damit die Ziele auch wirklich umgesetzt werden, sollten Maßnahmen in allen Politikbereichen einem health impact assessment unterzogen werden. Die BUKO Pharma-Kampagne hat an der Erstellung des Positionspapiers mitgewirkt und wird bei der Debatte mit dem Bundesgesundheitsministerium zur Globalen Gesundheitsstrategie am 5.9.2018 mit dabei sein.

 

Download: Empfehlungen der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit für die Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung [PDF/1,8MB]

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