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GriechischeFlagge Wladyslaw Sojka ccDer Schweizer Pharmakonzern Novartis soll griechische ÄrztInnen, BeamtInnen und SpitzenpolitikerInnen über Jahre hinweg bestochen haben, um sich eine führende Position auf dem griechischen Arzneimittelmarkt aufzubauen und sich hohe Arzneimittelpreise zu sichern. Premierminister Alexis Tsipras forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe und sagte: „Die Regierung wird ihre Forderung nach den Geldern nicht aufgeben, die Novartis dem griechischen Volk geraubt hat. Das griechische Parlament hat jetzt eine Untersuchung eingeleitet. Von 2006 bis 2015 sollen die Taktiken des Pharmakonzerns in der öffentlichen Gesundheitsversorgung über 4 Milliarden Euro zusätzliche Kosten verursacht haben. Mindestens zehn politische EntscheidungsträgerInnen sollen Schmiergelder angenommen haben, damit Novartis überteuerte Preise für seine Produkte fordern konnte, obwohl günstige Generika zur Verfügung standen.

Foto: Wladyslaw Sojka, cc

GBA PB 2017 10Eher unbemerkt von der Öffentlichkeit ist in den letzten Jahren eine Gesprächsschiene zwischen Pharmafirmen, Zulassungsbehörden und Erstattungsagenturen entstanden. Wer profitiert von der Diskussion über die Ziele von klinischen Studien?

Außerdem:
USA: Altpräparate
Blindheit
Soziale Ungleichheit
Download: Pharma-Brief 10/2017 [PDF/747kB]
Foto: ©, J.Schaaber

Cover PBS 2017 2

Vor 40 Jahren veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die erste Modellliste unentbehrlicher Arzneimittel. Ärmere Länder hatten die Unterstützung der WHO bei der Auswahl sinnvoller Präparate schon länger gefordert und teils schon selbst nationale Listen eingeführt. Die WHO-Liste löste bei Big Pharma einen Sturm der Empörung aus, seien doch alle Medikamente gleichermaßen für die Behandlung geeignet.

 

Download: Pharma-Brief Spezial 2/2017 Weniger Medikamente - bessere Behandlung [PDF]
Die Broschüre kann auch für 5,- € bestellt werden. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

CC.GPSLeo Ende Gelnder November 2017 Police in front of a diggerEs ist an der Zeit, Gesundheit klar vor Profitinteressen zu stellen! Wir lehnen eine Wirtschaft und Politik ab, die Krankheit verursacht und billigend in Kauf nimmt.
Zum Weltgesundheitstag appelliert die Pharma-Kampagne darum an die Bundesregierung, alles Notwendige für einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun. Denn die Gesundheit der BürgerInnen muss oberste Priorität haben - und auch der globalen Verantwortung sollte Deutschland Rechnung tragen.

Die Pharma-Kampagne unterstützt mit ihrer Forderung die Ziele der AG Klimawandel und Gesundheit/Kritische MedizinerInnen Deutschland und auch der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. Dieses neue Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen aus dem Gesundheitsbereich will Klimawandel als wichtiges Gesundheitsthema etablieren und politische und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen.

Foto: Ende Gelände

Binguel BRiskante Manoever CoverEin Pharmakonzern hat ein Problem. Sein neues Schmerzmittel für Kinder scheint schwere unerwünschte Wirkungen zu haben. Der PR-Agent Mats Holm wird engagiert, um den Schaden für die Firma zu begrenzen.

So steigt der WDR-Journalist Birand Bingül in seinen Erstlingskrimi „Riskante Manöver“ ein. Daraus entwickelt sich eine Geschichte, die zu jedem Krimi gehört: Verwicklungen, falsche Fährten, und etwas gewalttätig geht es natürlich auch zu.

Der Autor schafft es, mit seiner fiktiven Handlung einen glaubwürdigen Einblick in das Denken und Handeln der Pharmabosse zu geben. Ganz nebenbei bekommen die LeserInnen auch noch etliche Fakten und Zusammenhänge über die dunklen Seiten der Branche serviert, die – leider – den Tatsachen entsprechen. Auch wenn der Autor zu Recht betont, „alle in diesem Roman geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden“, so ähnlich könnte eine Krise in der Pharma-Industrie ablaufen. Vermutlich etwas unblutiger, aber die Abwehrstrategien sind aus real existierenden Fällen durchaus bekannt. Schließlich hat der Autor bei seinen Recherchen für den Roman auch mit der BUKO Pharma-Kampagne und anderen Kennern der Szene gesprochen. 

Bingül B (2018) Riskante Manöver. Ein Fall für Mats Holm. München: btb. 446 S., 10 €

Seit mehr als 30 Jahren sind kaum neue antibiotische Wirkstoffe entwickelt worden. Die Pharmaindustrie zeigt wenig Interesse an der Antibiotika-Forschung. Diese ist nicht lukrativ, denn neue Antibiotika sollen nur so selten wie möglich verordnet werden. Ein globaler Forschungsfonds kann Abhilfe schaffen.

Er sorgt dafür, dass erfolgversprechende Forschungsprojekte gezielt unterstützt werden und neue Antibiotika ohne Patente und somit kostengünstig hergestellt werden können. Mehr dazu

Zum Erklärvideo: "Antibiotika-Forschung ankurbeln"

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