Pillen heilen keine Armut
| Foto:WHO/TDR/Crump |
Millionen von Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas leiden unter schweren Krankheiten. Auf die teuren Medikamente aus den Industrieländern richten sie große Hoffnungen. Oft zu große. Denn viele ihrer Erkrankungen gehen auf die Verhältnisse zurück, unter denen sie leben müssen: auf Armut und soziale Ungerechtigkeit.
| Mahlzeit in einem Flüchtlingslager Darfur / Sudan Foto: Privat |
170 Millionen Menschen leiden weltweit an Unterernährung. Über eine Milliarde Menschen in der Dritten Welt haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, drei Milliarden verfügen über keine geordnete Abfallentsorgung. Und Millionen Menschen sterben jährlich an diesen Lebensbedingungen.
Krankheiten der Armut sind die Haupttodesursache in Ländern der Dritten Welt. Infektionskrankheiten wie Malaria, TB und Durchfall breiten sich aus und werden für die durch Mangelernährung geschwächten Menschen zur tödlichen Gefahr. Kinder sind die ersten Opfer: Über zwei Millionen Kinder sterben jährlich an Lungenentzündung, zwei Millionen an Durchfallerkrankung und rund eine Million an Masern.
Gegen diese Krankheiten der Armut helfen weder Vitaminpräparate und Aufbaumittel, noch Appetitanreger oder fragwürdige Durchfall- und Erkältungspräparate, die deutsche Firmen in der Dritten Welt anbieten.
Die BUKO Pharma-Kampagne setzt sich für das Menschenrecht auf gesunde Lebensbedingungen ein. Darum thematisiert sie auch die negativen Folgen wirtschaftlicher Globalisierung sowie ungerechte Welthandelsstrukturen.
Zum Weiterlesen:
Reiche leben länger - Pharma-Brief 2/2010
Arme Kinder verletzen sich am häufigsten- Pharma-Brief 2/2009
Medikamente allein helfen nicht - Bekämpfung der Bilharziose (Pharma-Brief 1/2009)
Ungleichheit ist tödlich - WHO fordert Umverteilung für Gesundheit (Pharma-Brief 7/08)
Gesundheit für Alle oder Globalisierung für Wenige? -(Pharma-Kampagne / 2000)
Gesundheit für Alle oder nur für die Pharmaindustrie? - (Pharma-Kampagne / 2000)
Armut hat auch in deutschen Städten viele Gesichter: Ein Obdachloser, der in öffentlichen Toiletten schläft und daraus vertrieben wird. Eine alte Frau, die in ihrer Wohnung unbemerkt zu Grunde geht. Menschen, die in einer öffentlichen Suppenküche miteinander essen und hier mehr bekommen als nur eine warme Mahlzeit.
Zwei Filmemacher haben diese Gesichter eingefangen und führen uns vor Augen, dass das Menschenrecht auf Gesundheit für alle auch in reichen Ländern nicht eingelöst ist. Hier geht es zu unseren Filmmaterialien.


