Pharma-Kampagne aktuell

25.09.2009 - Aktuelles

Öffentlicher Anteil an Gesundheitsforschung höher als gedacht


Die neuesten Statistiken bringen es an den Tag. 160 Milliarden US-Dollar wurden im Jahr 2005 weltweit in die Gesundheitsforschung investiert.
34 Milliarden mehr als noch zwei Jahre zuvor.
An dieser Steigerung sind sowohl der öffentliche Sektor als auch die Industrie beteiligt. Obwohl die Investitionen in die Gesundheitsforschung der Pharmaindustrie auf den ersten Blick prozentual höher lagen als die der öffentlichen Institutionen, so gibt dies doch ein falsches Bild des Engagements. Die Zahlen seitens der Pharmaindustrie seien grundsätzlich zu hoch angesetzt, so der Wissenschaftler Donald Light. Zieht man nämlich von diesen die indirekten öffentlichen Ausgaben in Form von Steuersubventionen ab, so übersteigt der öffentliche Anteil an den globalen Forschungsausgaben mit 57,4% die Industrieausgaben (34,7%) deutlich.

Dass die Pharmaindustrie ganz andere Prioritäten hat, legt eine intensive Recherche der EU-Kommission zum Pharmamarkt offen. Sie zeigt, welche Strategien die Pharmaindustrie nutzt, um Marktmonopole aufrecht zu erhalten und Wettbewerb zu unterbinden. Außerdem kommt die Kommission zu dem Schluss, dass die Forschungsausgaben der Pharmaindustrie mit 17% niedriger liegen als die Ausgaben für das Marketing (23%) oder die Herstellung von Medikamenten (21%).

Mehr zum Thema im Pharma-Brief 7/2009:

  • Forschungsausgaben: Investition in die Zukunft (S. 7)
  •  EU: Wettbewerb – Fehlanzeige (S. 4)

Weitere Themen:

  • Löst der World Health Summit die Weltgesundheitsprobleme? (S. 1)
  • Indien lehnt Patent auf AIDS-Mittel Tenofovir ab (S. 3)
  • Illegale Werbung: Lilly muss zahlen (S. 5)
  • Glosse: Zuckerpillen für ÄrztInnen  (S. 6)