Pharma-Kampagne aktuell

14.12.2016 - Aktuelles

Indien: Verbot von Kombis kassiert


Foto:Apotheke in Indien - Flowcomm, cc

Im Frühjahr 2016 hatte Indien 344 Fixkombinationen von Arzneimitteln verboten, für die es keine wissenschaftlichen Belege ihrer Sinnhaftigkeit gab. Nach Ansicht der Behörden hätten sie ohnehin nicht vermarktet werden dürfen, da sie keine Zulassung besaßen. Zahlreiche multinationale und lokale Pharmafirmen legten Widerspruch gegen das Verbot ein. Der oberste Gerichtshof in Delhi hob die Entscheidung am 1. Dezember auf. Begründung: Die Behörden dürften nur Medikamente verbieten, von denen bewiesen sei, dass sie schädlich sind. Dass sie keine Zulassung besäßen sei sekundär. Das Urteil stieß auf Unverständnis. Dr. Gopal Dabade vom All India Drug Action Network: „Die 344 Fixkombinationen, die verboten worden waren, finden sich in keinem Standardwerk der Medizin. Alle diese Kombinationen waren Kreationen der Pharmafirmen, die von massiver irreführender Werbung begleitet wurden. Die gutgläubige Öffentlichkeit wird diese Medikamente weiter kaufen, die sowohl eine große Verschwendung darstellen als auch schädlich sind.“ (1)

(1) Sharma NC (2016) Delhi High Court scraps central govenment’s ban on 344 FDC drugs. DNA India 2 Dec. www.dnaindia.com/health/report-delhi-highcourt-scraps-central-government-s-ban-on-344-fdcdrugs-2278874