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28.10.2015 - Aktuelles

Im Interesse der Industrie


Foto: Fotolia, Svetazi

- Gesundheitsministerium schadet PatientInnen

2010 sollten bestimmte Antidiabetika (Glinide) wegen Unwirksamkeit von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgeschlossen werden. Das Gesundheitsministerium (BMG) stoppte den Beschluss. Jetzt erklärte das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg die Beanstandung des BMG für unzulässig und deckte auf, dass das Ministerium unter Einfluss der Pharmaindustrie gehandelt hatte.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) war im Juni 2010 nach einer ausführlichen Nutzenbewertung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zu dem Schluss gekommen, dass DiabetespatientInnen von Gliniden keine gesundheitlichen Vorteile haben. Da es andere wirksame Diabetesmittel gibt, wurde die Wirkstoffgruppe wegen fehlenden Nutzens von der Erstattungsfähigkeit ausgeschlossen - abgesehen von einer sehr kleinen PatientInnengruppe mit schweren Nierenproblemen, für die keine andere Therapie in Frage kommt.

Das Gesundheitsministerium spielte auf Zeit und stellte mehrfach kurz vor Ablauf der dafür vorgesehenen Frist Nachfragen, die die Beanstandungsfrist um jeweils zwei Monate verlängerten.  Ganzen Artikel im neuen Pharma-Brief 7/2015 S. 6 lesen.

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