Pharma-Kampagne aktuell

09.06.2015 - Aktuelles

Keine Arzneipatente für die Ärmsten


 

Wasserholen in Kuma Garadayat, Sudan. Wo schon die Versorgung mit Trinkwasser ein Problem ist, sollte der Zugang zu wichtigen Medikamenten nicht unnötig erschwert werden.

UN Foto Albert González Farran

Arme Länder fordern Aufhebung der Befristung

Länder, die der Welthandelsorganisation WTO angehören, müssen einen 20-jährigen Patentschutz für Arzneimittel garanteiren. Die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (sogenannte least developed countries = LDCs) wurden bis 2016 von der Umsetzung dieser Regel befreit. Jetzt fordern sie von der WTO, dauerhaft keine Arzneimittelpatente erteilen zu müssen.

Zu den LDCs gehören zurzeit 48 Länder, 34 davon gehören der WTO an. Sie alle weisen ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen auf (weniger als 1.035 US$ pro Jahr für 2015), der Bildungs- und Ernährungszustand der Bevölkerung ist schlecht und die Sterblichkeit von Kleinkindern ist hoch. Länder, die diesen traurigen Status haben, müssen erst ab 2021 Patente anerkennen oder dann, wenn sie den LDC_Status verlieren. Das besagt eine Entscheidung der WTO von 2013, die sich auf den TRIPS-Vertrag - also alle Regelungen zu geistigen Eigentumsrechten - bezieht. Solche Ausnahmen sind notwendiger denn je. Denn in den letzten fünf Jahren gelang es gerade einmal fünf Ländern (Botswana, Kap Verde und die Malediven, Vanuatu und Äquatorial Guinea), der bittersten Armut zu entkommen.

Warum also eine Extra-Regel? Lesen Sie hier den ganzen Pharma-Brief-Artikel.

Internationale Netzwerke und Organisationen aus insgesamt 48 Ländern fordern die WTO auf, dem Antrag der LDC-Staaten auf eine Verlängerung der TRIPS-Fristen stattzugeben. Brief hier lesen.