Pharma-Kampagne aktuell

13.02.2015 - Aktuelles

Deutschland: Preisnachlass für Hepatitis C- Medikament


Foto:
A. Karpenko

Die Kosten für das Medikament Sovaldi® (sofosbuvir) zur Behandlung von Hepatitis C  sind nicht nur für Entwicklungsländer ein Riesenproblem. Auch in Industrieländer wird der hohe Preis zum Pokerspiel.

In Deutschland verhandelten jetzt die Krankenkassen mit dem US-Pharmakonzern Gilead über den Abnahmepreis und erzielte überraschend eine Einigung. Statt bisher 700 Euro kostet nun eine Tablette nun 488 Euro. Umgerechnet auf eine 12-wöchige Therapie kommen nun anstatt 60.000 Euro "nur" 43.562 Euro netto zusammen. Diese immer noch astronomischen Preise sind nicht zu rechtfertigen. Weder hat Gilead selber das Medikament erfunden, noch ist die Herstellung kostenintensiv. Für einen Therapiezyklus fallen etwa 50 - 100 Euro Herstellungskosten an. (Pharma-Brief 6-7/2014 S. 1-2).

Vielmehr handelt es sich um einen Phantasiepreis, der vor allem die Renditeerwartungen der Spekulanten, die in die "Gesundheitswirtschaft" investieren, befriedigt. So der Gastkommentar von J. Holst in der FR online vom 13.2. So hat der Konzern mit dem Präparat schon im ersten Halbjahr nach Einführung 5,8 Milliarden Dollar eingespielt und damit die Gewinnerwartungen für das gesamte Jahr 2014 bereits übertroffen.

Es wird höchste Zeit, dass eine stärkere Regulierung des Arzneimittelmarktes durchgesetzt wird. Leider lassen die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) eher das Gegenteil befürchten.

Hintergrundartikel zu den Themen Hepatits-C-Medikament sowie den Auswirkungen des TTIP

Für viele billiger und doch maßlos - Hepatits C-Medikamente bleiben für Millionen Menschen unbezahlbar Pharma-Brief 10/2014 S. 1-3

TTIP schadet der Gesundheit - Pharma-Brief 2/2014 S. 1-3