Pharma-Kampagne aktuell

26.09.2014 - Aktuelles

Gier oder Gesundheit?


 
 Andy Dean, Fotolia

Hepatitis C kann zu schweren Erkrankungen bis hin zum Tod führen. Neue Medikamente versprechen besseren Behandlungserfolg, sind aber astronomisch teuer. Eine kritische Übersicht auf den Seiten 1-2.

Weiteres aus dem Inhalt:

"Wir haben noch lange nicht alle Probleme gelöst" - Ein Bericht von der Internationalen Aidskonferenz

Interview mit Astrid Berner-Rodereda (Brot für die Welt / Vorstandsmitglied im Aktionsbündnis gegen Aids) - Seiten 3-4.

US-Forschungsförderung - Gut gemeint, aber nicht gut gemacht

Seit 2007 werden Pharmaunternehmen in den USA belohnt, wenn sie ein Medikament gegen eine vernachlässigte Krankheit entwickeln. Sie erhalten einen Gutschein, den sie für die beschleunigte Zulassung eines anderen Medikaments eintauschen können. Nun sorgt der neueste Gutschein für Unmut: Er wurde im März 2014 für das Tropenmedikament Miltefosin ausgestellt. Miltefosin ist aber in Europa bereits seit 2004 auf dem Markt und wurde großteils mit öffentlichen Geldern entwickelt. Mehr auf den Seiten 5-6.

Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) - Entscheidung zum Zugang zu Studienergebnissen verschoben

Die EMA hatte sich in den letzten Jahren in ihrer Tranpsarenzpolitik verbessert. Immer mehr Daten aus klinischen Studien wurden freigegeben. Umso mehr verwunderte es, dass die EMA mit neuen Regeln eine Kehrwende vollziehen wollte. Im Juni schon sollte die neue Politik bei einer Vorstandssitzung verabschiedet werden. Massive Kritik verhinderte das. Die Entscheidung wurde auf Oktober verschoben.  Seite 7.
Siehe hierzu auch: Pharma-Brief 4/2014 Zwei Schritte vor - einer zurück.

Download aktueller Pharma-Brief 6-7/2014: Gier oder Gesundheit? [PDF/545kB]

Außerdem:

Pharma-Brief Spezial: Arm und vergessen - Untersuchung des Geschäftsverhaltens von Boehringer Ingelheim, Bayer und Baxter in Uganda

Die BUKO Pharma-Kampagne und HEPS Uganda haben das Geschäftsverhalten dreier Pharmafirmen in Uganda untersucht. Das Fazit: Die Markenhersteller haben kein oder nur geringes Interesse daran, ein Land ohne zahlungskräftige PatientInnen mit Arzneimitteln zu beliefern und sich dort in der Forschung zu engagieren. Während Baxter den ugandischen Markt bereits aufgegeben hat, plant Boehringer Ingelheim den Rückzug. Nur die Firma Bayer vertreibt weiterhin Medikamente in Uganda - darunter etliche Hormonpräparate und Verhütungsmittel, machen von eher zweifelhaftem Nutzen.

Die Studie präsentiert stichhaltige Fakten und Analysen aus Uganda und wirft dabei wichtige Fragen auf, denen sich entwicklungs- und gesundheitspolitische Akteure und EntscheidungsträgerInnen stellen sollten: Wie kann es z.B. gelingen, gravierende Versorgungslücken zu schließen, wenn der freie Markt versagt? Wie kann die lokale Produktion gestärkt werden? Und last but not least: Sind Entwicklungshilfegelder - die etwa im Rahmen der Contraceptive-Security-Initiative oder des Jadelle-Access-Programms an die Firma Bayer fließen - ein sinnvoller Anreiz, um Pharmaunternehmen dazu zu bewegen, einen vernachlässigten Markt wie Uganda zu bedienen?

Download: Arm und vergessen [PDF/2,4mB]