Pharma-Kampagne aktuell

07.05.2014 - Aktuelles

Zunehmende Resistenzen gegen Krankheitserreger


Foto:Gunnar Richter, cc
Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt sich in ihrem aktuellen Bericht zu Resistenzen gegenüber Krankheitserregern besorgt. "Das Problem ist so ernst, dass es die Fortschritte der modernen Medizin bedroht," so die WHO. Eine Post-Antibiotika-Ära - in denen gewöhnliche Infektionen und kleine Verletzungen tödlich enden können - sei für das 21. Jahrhundert denkbar.
 
Erstmalig legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen umfassenden Bericht zum Thema vor und konzentriert sich dabei auf Resistenzen bei Malaria, HIV/Aids und gegen Antibiotika. Dabei nimmt die WHO sowohl die Tuberkulose in den Blick als auch andere Krankheitserreger.
 
So sind hohe Resistenzraten gegenüber häufigen Krankheitskeimen wie E.coli, Klebsiellen und Staphylococcus aureus (verantwortlich u.a. für Harnwegsinfekte, Wundinfektionen oder Lungenentzündung) in allen WHO-Regionen weit verbreitet. Große Lücken sieht die WHO auch in der Berichterstattung. Es herrsche ein Mangel an methodologischen Standards, Austausch von Daten und Koordination. Bei krankheitsbezogenen Resistenzen wie der MDR-Tuberkulose (multi-drug-resistant tuberculosis) gäbe es eine große Dunkelziffer. Viele Fälle würden nicht berichtet, dass erschwere die Bekämpfung der TB.
 
Zudem gäbe es in einigen Ländern Resistenzen gegenüber Artemisinin, einem wichtigen Mittel zur Bekänpfung der Malaria. Eine weitere Ausdehnung dieser Resistenzen in andere Regionen würde auch hier die Fortschritte in der Malaria-Bekämpfung zunichte machen.
 
Der Bericht zeigt, wie drängend die Probleme sind. Umso mehr, da der WHO nicht für alle Länder verlässliche Daten vorliegen.
 
Zum WHO-Bericht: Antimicrobial Resistance - Global Report on Surveillance