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14.01.2014 - Aktuelles

Sanofi MS-Mittel: Viel teurer als Gold


Der Wirkstoff Alemtuzumab ist für PatientInnen mit einem besonders aggressiven Verlauf der chronisch-lymphatische Leukämie vom B-Zell-Typ, einer Blutkrebserkrankung, die beste Therapie. Nur wenige hundert PatientInnen brauchen das teure Mittel in Deutschland. 30 mg kosteten knapp 2.000 Euro. Der Pharma-Brief berichtete (Pharma-Brief 6-7/2012 S. 14).

Mittlerweile ist Alemtuzumab aber für diese Indikation im europäischen Markt nicht mehr zugänglich. Stattdessen ist das Mittel seit September 2013 für die Behandlung der Multiplen Sklerose zugelassen, allerdings zu einem stolzen Preis. Eine Injektionsflasche Alemtuzumab (Lemtrada) soll 10.653,50 Euro kosten.(Siehe Pharma-Brief 10/2013 S.8). Die Fraktion Die Linke stellte am 20.12.13 eine sogenannte Kleine Anfrage an die Deutsche Bundesregierung zur Preispolitik bei Lemtrada und möglichen Gesetzesänderung.

Die Bundesregierung reagierte heute mit einer Antwort. Es handele sich bei der dem Arzneimittel "Lemtrada" zugrundeliegenden Konstellation um einen seltenen Einzelfall. Darüber hinaus bestätigte die Bundesregierung, dass sich das Arzneimittel nicht der seit 2011 geltenden Nutzenbewertung für neue Medikamente unterwerfen musste. Zur Begründung hieß es, die Nutzenbewertung beschränke sich auf Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen.

Im Gegensatz zu Deutschland ist sind die Zulassungsbehörden in Großbritannien und in den USAkritischer. Sie fordern vor der Zulassung mehr Daten ein.

Zum Stand der Nutzenbewertung in Deutschland unter der neuen Bundesregierung siehe Pharma-Brief 8-9/2013: Ein Erfolgsmodell soll abgeschafft werden - Nutzenbewertung nur noch für neue Arzneimittel?