Pharma-Kampagne aktuell

20.03.2013 - Aktuelles

Dollars für ÄrztInnen


Seit 2010 veröffentlicht die amerikanische Nichtregierungsorganisation ProPublica in ihrer Datenbank „Dollars for Docs“ Zahlungen der Pharmaindustrie an ÄrztInnen. Das aktuelle Update erfasst nun den Zeitraum 2009 – 2012. Innerhalb von drei Jahren haben demnach 15 Firmen zwei Milliarden US$ in diese Art der Beeinflussung investiert. Das entspricht einem Umsatzanteil von 47% aller verschreibungspflichtigen Arzneimittel in den USA im Jahr 2011. Aber das ist nur ein Ausschnitt. Denn bisher sind nicht alle Firmen erfasst oder haben erst kürzlich begonnen, ihre Zahlungen offen zu legen oder sie berichten nur über Geldflüsse in einigen Bereichen.[i] Das ändert sich erst 2014. Ab dann sind alle Firmen gesetzlich verpflichtet, ihre Zahlungen offenzulegen.[ii]

ProPublica schätzt, dass etwa die Hälfte der Zahlungen in Forschung investiert wird. Ein Drittel der Gesamtsumme geht an ÄrztInnen, die im Namen der Industrie sprechen und der Rest fließt in Zahlungen für Beratungen, Reisen und Essen sowie in die Erstellung von „Bildungsmaterialien“.[iii] Dass dies ein lohnenswertes Geschäft ist, zeigt der Fall des Psychiaters Jon W.Draud, der für Werbeveranstaltungen und Beraterverträge mit insgesamt sieben Firmen eine Million US$ kassiert hat. Weitere 21 ÄrztInnen haben über eine halbe Million eingenommen.

[i]Mehr über die Erhebung der Daten unter: www.propublica.org/article/about-our-pharma-data

[ii]Pharma-Brief (2013) USA: Sonnenschein jetzt amtlich. Nr. 1, S. 8

[iii]Weber T, Ornstein C (2013) Dollars for Docs Mints a Millionaire. 11.3. www.propublica.org/article/dollars-for-docs-mints-a-millionaire

Der  berichtet kontinuierlich über die schädlichen Auswirkungen von Beeinflussungen durch die Pharmaindustrie.

z.B. Pharma-Brief spezial 1/2010: Schöne neue Pharmawelt [PDF/2,3mB]
Die Broschüre kann auch für 5,- € bestellt werden. Online-Shop.

Hierin auch ein Artikel zum Einfluss der Pharmaindustrie auf das Verschreibungsverhalten von ÄrztInnen. Jetzt Artikel: "Verschreibung unter Einfluss" lesen[PDF/337kB]

 

Die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS (Mein Essen zahl ich selbst) setzt den allgegenwärtigen Beeinflussungen der Pharmaindustrie Grenzen.