Pharma-Kampagne aktuell

18.07.2011 - Aktuelles

Interessenkonflikte bei der EMA


Die EU-Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz hat die Aufsicht über die Europäische Arzneimittelzulassungsbehörde EMA. Diese ist in die Kritik geraten, weil deren ehemaliger Chef Lönngren direkt die Seiten wechselte und nun diejenigen berät, die er vorher kontrolliert hat (Der Pharma-Brief berichtete ausführlich 2-3/2011). Die öffentliche Kritik führte dazu, dass die EMA ihrem Ex-Chef verbot für die nächsten zwei Jahre Pahrmafirmen produktbezogene Ratschläge zu geben, Managerposten in der industrie anzunehmen oder Privatfimren bei der EMA zu vertreten, so zeigt dieser Fall doch erhebliche Lücken bei der Handhabung von Interessenkonflikten. Diese sind dazu angetan, die Ausführung der Aufgaben der EMA zu untergraben und so die öffentliche Gesundheit direkt zu gefährden.

In einem offenen Brief kritisieren europäische gesundheitspolitische Gruppen, dass die EMA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Kommission die Richtlinien zur Handhabung von derartigen Interessenkonflikten unterschiedlich asulegen. Sie fordern die Überarbeitung der dienstvorschriften sowie eine schärfere Definition, was einen Interessenonflikt darstellt. Um die Transparenz von Entscheidungen der EU-Kommission rund um die Zustimmung oder Ablehnung einer Beschäftigung nach der EU-Tätigkeit zu erhöhen, sei es wünschenswert, dies im Internet öffentlich zugänglich und so nachvollziehbar zu machen.

Lesen Sie hier den offenen Brief an EU-Kommissar John Dalli: Safeguards against post-employment conflicts of interest at the european Medicines Agency and the need for a review of Staff Regulations.