Pharma-Kampagne aktuell

09.11.2010 - Aktuelles

Fehlgeleitete Pharmaforschung


Die Hochpreispolitik der Hersteller in Industrieländern erschwert die Arzneimittelversorgung armer Länder. Gesichert werden die hohen Preise unter anderem durch die globale Durchsetzung von Patenten. Neue Medikamente für wichtige Gesundheitsprobleme armer Länder werden kaum entwickelt. Aber auch Industrieländer stöhnen zunehmend über die schnell steigenden Kosten für neue Pharmaka mit oft nur geringem Nutzen.

Jörg Schaaber (BUKO Pharma-Kampagne) liefert hierzu einen umfassenden Überblick. Lesen Sie den Artikel, der in der November-Ausgabe der Zeitschrift E+Z erschienen ist. Der Artikel ist auch in englischer Sprache erschienen.


Die Pharma-Kampagne hat sich bereits mehrfach kritisch mit Advanced Marketed Committments als Mittel der Forschungsförderung auseinandergesetzt. Lesen Sie hierzu den Artikel:"Multis mit Hilfegeldern füttern - GAVI und die Pneumokokken-Impfung" im Pharma-Brief 2/2010 sowie "Forschungsförderung per Abnahmeversprechen - Ein Modell, aber nicht die Lösung" im Pharma-Brief 3-4/2009 an deren Aktualität sich nichts geändert hat.

Pharma-Brief spezial 1/2009: Medizinische Forschung: Der Allgemeinheit verpflichtet bietet darüber hinaus Gedankenanstöße, wie Forschungsergebnisse mit sozialer Verantwortung verknüpft werden können.

Im Rahmen des Projektes med4all ist diese Broschüre entwickelt worden. med4all ist ein Gemeinschaftsprojekt der BUKO Pharma-Kampagne (Bielefeld), der Charité Universitätsmedizin (Berlin) und des Znetrums für Europäische Rechtspolitik (Bremen) - setzt sich für eine Forschungspolitik ein, die den globalen Gesundheitsbedürfnissen Rechnung trägt.

Zudem ist der erste deutschsprachige Leitfaden für das Konzept Equitable Licensing erschienen. Er bietet eine praktische Hilfestellung für die Patentverwertung auf Arzneimittel. Vorformulierte Vertragsbausteine können zu einer Equitable License zusammengesetzt werden. In dem Leitfaden sind die US-amerikanischen Erfahrungen auf dem Gebiet Equitable Licensing eingeflossen, die Vertragsbausteine zielen aber auf die spezifisch deutsche Rechtslage. Ebenso ist eine adaptierte englische Version erschienen.

Der Leitfaden wurde von Frau Prof. Christine Godt (Universität Oldenburg) im Rahmen des Projektes med4all verfasst. Die Broschüre kann über die Projektwebseite heruntergeladen oder bestellt werden.

Lesen Sie hierzu auch einen älteren Artikel aus unserem Pharma-Brief: Was können Universitäten für arme Länder tun?
(Pharma-Brief 10/2009 S. 2-3).