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WHO: Mandat zur Arzneimittelforschung gestärkt (31.5.2007 /CW) Auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf gab es einen klares Votum für die WHO, die Arzneimittelforschung für Entwicklungsländer auszubauen. Bereits 2006 war eine Arbeitsgruppe (IGWG PHI) einberufen worden, die bis 2008 einen Aktionsplan erarbeiten soll. Nachdem starke Kritik an der schleppenden Umsetzung des Arbeitsauftrags geäußert wurde, hat nun WHO-Generaldirektorin Dr. Chan ihre Unterstützung zugesagt. So sollen vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien regionale Arbeitstreffen organisiert werden. Die am 23. Mai verabschiedete Resolution enthält bereits konkrete inhaltliche Anstößte für den weiteren Prozess. Die WHO soll Länder bei der Umsetzung von Möglichkeiten des TRIPS-Abkommens unterstützen (z.B. Zwangslizenzen). Inhaltlich wegweisend ist die Forderung nach neuen Forschungsmodellen, die den Preis für Medikamente von den Entwicklungskosten abkoppeln. Hilfsorganisationen kritisieren Pharmapatente Beim bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm ist mit einer heftigen Auseinandersetzung um die globale Gesundheitssituation, die AIDS-Krise und den Zugang zu patentgeschützten Medikamenten zu rechnen. Werden Länder wie Thailand und Brasilien gestärkt, die das legale Mittel der Zwangslizenzen einsetzen, um der eigenen Bevölkerung ausreichend AIDS-Medikamente zur Verfügung zu stellen? Oder gewinnen die Interessen der Pharmaindustrie die Oberhand, die mit Macht ihr Patentmonopol und damit einhergehenden hohen Medikamentenpreise sichern will? Zur Pressemitteilung Für Innovation und Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln (31.5.2007 /CW) Neue Wege für die Arzneimittelforschung fordert die BUKO Pharma-Kampagne gemeinsam mit medico international, Misereor und Brot für die Welt in der Berliner Erklärung . Arzneimittelforschung muss so gestaltet werden, dass der Zugang zu den neu entwickelten Produkten sichergestellt wird. Gesundheitsforschung ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die öffentlicher Finanzierung und staatlicher Regulierung bedarf. Auch wenn Public Private Partnerships (PPPs) heute einen wichtigen Beitrag dazu leisten, warnen wir davor, ihre Bedeutung zu überschätzen. Insbesondere dann, wenn solche Partnerschaften maßgeblich vom Goodwill privater Großstifter bzw. dem Marketinginteresse von Unternehmen abhängen, bieten sie keine Gewähr für eine nachhaltige Finanzierung. Patente auf dem G8-Gipfel (30.5.2007 /CW) Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm wird ein Schwerpunktthema die Stärkung geistiger Eigentumsrechte sein. Was als Schutz der einheimischen Industrie vor Produktpiraterie aus China angepriesen wird, ist in vielen Punkten eine Bedrohung für weite Teile der Weltbevölkerung: Patente auf Medikamente, Saatgut und andere essentielle Güter. Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen hat die BUKO Pharma-Kampagne deshalb eine Erklärung zu geistigen Eigentumsrechten unterzeichnet. Eine umfangreiche Dokumentation über einen Kongress, der hierzu am 30. November in Berlin durchgeführt wurde, finden Sie bei der Wissensallmende 10 deutsche Nichtregierungorganisationen fordern ÄrztInnenschaft zum Handeln auf (2.5.2007 /JS) In einer bundesweiten Aktion machen zehn deutsche Nichtregierungsorganisationen die ÄrztInnenschaft auf das Verhalten der Firma Abbott in Thailand aufmerksam. Die MedizinerInnen werden gebeten, keine PharmavertreterInnen von Abbott mehr zu empfangen und keine Abbott Präparate zu verschreiben, wenn es andere gleichwertige Produkte gibt. Der Aufruf wird unterstützt von Aktionsbündnis gegen AIDS, action medeor, BUKO Pharma-Kampagne, Difäm, medico international, MEZIS e.V., Misereor, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)und Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten. Einzelheiten kann man dem gemeinsamen Appell entnehmen. Sie können online den Aufruf an Abbott unterschreiben.
ÄrztInnen können hier eine Erklärung zum Abbott Boykott unterzeichnen. Abbott droht Boykott (26.4.2007 /Bonn) Trotz zahlreicher internationaler Proteste rückt die Pharmafirma Abbott nicht von ihrer Entscheidung ab, die Zulassung von sieben neuen Medikamenten, davon eines zur HIV/Aids-Behandlung, für Thailand zurückzuziehen. Damit stellt Abbott den Zugang von vielen Tausend Aidspatienten/-innen zur verbesserten adäquaten Behandlung in Frage. Daher fordern Nichtregierungsorganisationen weltweit und zehn Organisationen bundesweit Ärztinnen und Ärzte auf, zu prüfen, ob sie Vertreterinnen und Vertreter der Firma Abbott weiterhin empfangen und anstelle von Abbott-Markenpräparaten generische Alternativen verordnen möchten. Mehr in der gemeinsamen Pressemitteilung zu Abbott [PDF /46kB] Neues Medikament ohne Patentschutz (29.3.2007 /JS) Ein neues Malaria-Medikament wurde im März 2007 für den afrikanischen Markt vorgestellt. Das Ungewöhnliche: erstmals wurde ein neues Medikament bewusst ohne Patentschutz entwickelt. Da die Entwicklung komplett mit öffentlichen Geldern finanziert wurde, kann das Medikament zum Herstellungspreis verkauft werden. Weitere Themen im neuen Pharma-Brief: *Risiken von Olanzapin unterdrückt. *Datenfälscher: IFPMA und AIDS-Preise *Impfstoffentwicklung: Preisgarantie zur Förderung *Novartis-Klage in Indien: Rechtfertigung *Deutschland: Zusagen für AIDS. Mehr dazu im Pharma-Brief 3/2007 [PDF/ 534 kB] Wie kann Gesundheitswissen öffentlich gemacht werden? (26.3.2007/ CW) Der Schutz des geistigen Eigentums und die globale Gesundheit sind zwei Hauptthemen auf dem diesjährigen G8-Treffen in Heiligendamm. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, dass es auf dem Gipfeltreffen der acht führenden Industrienationen darum geht, den weltweiten Patentschutz zu verschärfen. Ein Blick auf die globale Gesundheitssituation aber zeigt, dass nur ein Paradigmenwechsel des geltenden Patentregimes im Bereich der Forschung und Produktion von Arzneimitteln den weltweiten Zugang zu Gesundheit auf Dauer ermöglichen kann. Patente mögen ein Forschungs- und Entwicklungsanreiz sein, Patentmonopole aber verursachen eine Hochpreispolitik für Arzneimittel, die gerade die Menschen vom Zugang zu Medikamenten ausschließen, die sie am dringendsten brauchen.
An der kritische Bestandsaufnahme des weltweiten Patentsystems sowie seiner Folgen für die globale Gesundheit und an der Diskussion um eine alternative Medikamentenpolitik im Sinne des globalen Allgemeinwohls beteiligen sich Gesundheitsexperten, Forscher, Ökonomen, Ärzte und Rechtsanwälte u.a. aus Südafrika, Kenia, Brasilien, Thailand, Argentinien, USA und Deutschland.
Patienten, Patente und Profite: Zum Wohle der Gesundheit
Wie kann Gesundheitswissen öffentlich gemacht werden? Ein Tagessymposium über Alternativen zum globalen Patentsystem. Veranstalter: medico international in Kooperation mit BUKO Pharma-Kampagne, Brot für die Welt und Miseror.
Zeit/Ort: 10.Mai 2007, 9 – 18.00 Uhr, in Berlin. Anmeldung: Medico international Tel. 069 94438-0
Grippemittel kann tödlich sein (23.3.2007/ JS) Die Europäische Arzneimittelbehörde EMEA warnt heute vor Risiken des Grippemittels Tamiflu®. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen scheinen Fälle von Verwirrtheit, Halluzinationen und Delirium nach Einnahme von Tamiflu® aufzutreten. Die Internationale Gesellschaft der unabhängigen Arznemittelzeitschriften (ISDB) warnte bereits vor über einem Monat, dass sich in Japan mehrere Kinder nach der Einnahme des Grippemittels von Häusern stürzten und es über dreißig Todesfälle durch Atemlähmung gibt. Das japanische Gesundheitsministerium forderte die ÄrztInnen auf, Kindern über 10 Jahren das Mittel nicht mehr zu verschreiben. ISDB warnt angesichts des geringen Nutzens (Verkürzung der Symptome um lediglich einen Tag bei rechtzeitiger Einnahme) darüber hinaus davor, das Mittel überhaupt anzuwenden. ISDB stellt auch die massenhafte Lagerung des Mittels gegen Vogelgrippe in Frage. Der Nutzen gegen Vogelgrippe sei derzeit überhaupt nicht belegt. ISDB Pressemitteilung zu Tamiflu [PDF] Kein Patent auf Gesundheit Protest gegen den Patentantrag von Boehringer Ingelheim auf das AIDS-Medikament Nevirapine-Sirup für Kinder (22.3.2007/ JS) Die Gabe von Nevirapine-Sirup an Neugeborene verhindert die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind. Allein im südlichen Afrika sind zwei Millionen Kinder HIV-positiv. Doch nicht einmal zehn Prozent der Jungen und Mädchen erhalten die Medikamente, die sie zum Überleben bräuchten. Einer der Gründe: Die Medikamente sind viel zu teuer. Eines der wenigen Medikamente für AIDS-kranke Kinder ist der Nevirapine-Sirup. Indische Generika-Firmen produzieren das Medikament seit vielen Jahren kostengünstig und exportieren es auch in arme Länder. Doch dieser preiswerte Zugang zu AIDS-Medikamenten ist nun bedroht. Die deutsche Firma Boehringer Ingelheim produziert das Originalpräparat und hat in Indien einen Patentantrag auf das Medikament gestellt. Wird dem stattgegeben, stellt das einen gefährlichen Präzedenzfall dar: es ist mit weiteren Patentanträgen von Boehringer und anderen Unternehmen in Indien zu rechnen. Damit droht der indischen Generika-Produktion in der bisherigen Form das Aus. Eine wichtige Quelle für preiswerte, überlebensnotwendige Medikamente könnte versiegen. Mit einer gemeinsamen Unterschriftenaktion fordern die Pharma-Kampagne und medico international deshalb Boehringer Ingelheim auf, sofort den Patentantrag auf den Nevirapine-Sirup in Indien zurückzuziehen. Hier können Sie unterschreiben. Was ist mit Arzneimittelfälschungen eigentlich los? (7.3.2007 /JS) In letzter Zeit liest man immer mehr über gefälschte Arzneimittel. Warum ist das so? Welchen Gefahren sind VerbraucherInnen in Industrieländern und der Dritten Welt wirklich ausgesetzt? Und vor allem: Was kann man dagegen tun? Über all diese Fragen gibt der neue Pharma-Brief Spezial 1/2007 [PDF/ 558 kB] Auskunft. Medikamentenkontrolle als Profit-Center? (6.3.2007 /JS) Die Bundesregierung will die Arzneimittelkontrollbehörde in ein halbstaatliches Dienstleistungsunternehmen umwandeln. Eine noch schnellere Zulassung von risikoreichen Medikamenten und eine schlechtere Überwachung von Risiken ist zu befürchten.Mehr im Pharma-Brief 1-2/2007 [PDF/ 412 kB] Weitere Themen: * Schatten auf der Gates-Stiftung. * Regelverstöße bei klinische Studien. * Nach den COX-2 Hemmern kommt der häufig eingesetzte Wirkstoff Diclofenac ins Gerede. * Jahresbericht der BUKO Pharma-Kampagne
Die WHO und Pharmageld (16.2.3007 /JS) Wie das British Medical Journal und der Guardian heute berichten, versuchte die WHO-Abteilung für psychische Gesundheit Geld von der Pharmaindustrie zu waschen. 10.000 US$ des Antidepressiva-Herstellers GSK sollten helfen, einen WHO-Bericht über psychische Erkrankungen zu erstellen. Der zuständige WHO-Mitarbeiter machte klar, dass das Geld über eine Patientenorganisation geleitet werden müsse, weil die Annahme des Industriegeldes ein Verstoß gegen die Regeln der WHO gewesen wäre. Der Deal platzte, weil das selbst GSK "heuchlerisch" fand. Protestaktion gegen Novartis Patentklage in Indien (8.1.2007 /JS) Millionen von Menschen weltweit sind auf erschwingliche Medikamente aus Indien angewiesen. Das indische Patentrecht stellt Menschenleben über Patente. Doch das Pharmaunternehmen Novartis versucht dies durch eine Klage zu ändern. Bereits Ende November hatten die "Erklärung von Bern" und OXFAM vor der Novartis-Zentrale in Basel protestiert (wir berichteten). Jetzt hat "Ärzte ohne Grenzen" eine Online-Petitition gestartet,
die Sie hier unterschreiben können. Firma Schwabe in Australien gerügt (21.12.2006/ JS) Per Gericht verhinderte die deutsche Firma Schwabe in Australien die Veröffentlichung einer kritischen Wertung von Werbeaussagen für ein Ginkgo Präparat gegen Tinnitus. Jetzt wurden die Vorwürfe der Verbraucherschützer durch die Kontrollinstanzen bestätigt. Passieren tut trotzdem zu wenig. Mehr dazu im neuen Pharma-Brief 9-10/2006 [PDF/ 493 kB] auf S. 4. Weitere Themen: * Boehringer behindert Zugang zu AIDS-Sirup für Kinder. * Wer seine Pillen nicht schluckt, kann sich schaden und vieles andere mehr. Was in 25 Jahren Pharma-Kampagne so alles passiert ist (21.12.2006 /JS) Diese Jahr wurde die Pharma-Kampagne ein Vierteljahrhundert alt. Wer sich einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten, Higlights und Erfolge verschaffen möchte, findet in der neuen 25-Jahre Chronologie allerlei Wissenswertes: 25 Jahre Pharma-Kampagne im Pharma-Brief Spezial 2-2006 [PDF/ 754 kB] Thailand erteilt Zwangslizenz auf ein AIDS-Medikament (18.12.2006 /JS) Die Versorgung mit dem AIDS-Mittel Efavirenz war dem thailändischen Gesundheitsministerium zu unzuverlässig und teuer. Deshalb erteilte das Land jetzt erstmals eine Zwangslizenz. Der US-Hersteller Merck &Co protestierte umgehend und warf der Regierung vor, die Firma nicht vorher gefragt zu haben. Doch dazu ist Thailand weder nach den lokalen Gesetzen noch nach dem TRIPS-Abkommen verpflichtet. Durch einen Import aus Indien kann der Preis für Efavirenz fast halbiert werden, ab Frühjahr 2007 ist die lokale Produktion in Thailand geplant. Theaterbus zu kaufen (15.12.06 /cj) Der legendäre Theaterbus von Schluck & weg muss verkauft werden, weil sich die BUKO Pharma-Kampagne den Unterhalt des alten Schätzchens nicht mehr leisten kann. Über zehn Jahre lang diente der Setra-Oldtimer als spektakuläre Kulisse bei den Auftritten der Theatergruppe, als Tourmobil und Umkleideraum. Schluck & weg wird künftig in einem gemieteten Kleinbus nebst bemaltem Kofferanhänger durchs Land reisen. Lesen Sie hier mehr. Riskante Nahrungsergänzung aus dem Internet (13.12.2006 /CW) Wer Nahrungsergänzungsmittel über das Internet kauft, geht ein hohes Gesundheitsrisiko ein. Sie können bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, die nicht deklariert sind. Das berichtet die neueste Ausgabe der vom Pharma-Brief mit herausgegebenen Zeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen Mangel und Überfluss - Texte des 25-Jahre Symposiums (29.11.2006 /JS) Im September 2006 feierte die BUKO Pharma-Kampagne ihr 25-jähriges Bestehen. Der Symposiums-Reader bringt neun Texte zum Thema "Mangel und Überfluss - Kehrseiten einer Medaille". AutorInnen: Mebrat Woldetensaie aus Äthiopien, der Nestor der deutschen Tropenmedizin, Prof. Diesfeld, Peter Mansfield aus Australien, Inga Seifert von Aktion medeor, Axel Munte von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, Peter Sawicki vom IQWiG, Arne Schäffler von Transparency International, Tobias Luppe von Ärzte ohne Grenzen und der Allgemeinmediziner Eckhard Schreiber-Weber. Pharma-Brief Spezial 1/2006 [PDF/ 1,2 MB] Deutsche Firma behindert Zugang zu AIDS-Medikamenten (28.11.2006 /JS) Boehringer beantragt in Indien Patent auf Aids-Sirup für Kinder. Nevirapine-Sirup ist entscheidend für die Behandlung HIV-infizierter Kinder. Der Hersteller Boehringer Ingelheim hatte zugesagt, die Produktion von Nevirapine für arme Länder nicht zu behindern. Aber zwischen Worten und Taten klafft eine große Lücke. Pressemitteilung [PDF/ 66 kB] Am 27.11.2006 berichtete Report-Mainz zum Thema:
Text der Sendung Noch mehr Desinformation (27.11.2006 /JS) Die Pharmaindustrie sucht neue Möglichkeiten, PatientInnen direkt zu beeinflussen. Hintergründe zum neuen Vorstoss der Industrie im Pharma-Brief 7-8/2006. Weitere Themen: • Pakistan verbietet gefährliches Schmerzmittel • Wolf im Schafspelz - Industrie gründet Patientenorganisation Hier gehts zum Pharma-Brief 7-8/2006 [PDF/ 661 kB] Worst EU Lobby Award (17.11.2006 /JS) Die “Worst EU Lobby Awards“ werden dieses Jahr in zwei Preiskategorien verliehen: Den Preis für das schlimmste, undemokratischste Lobbying in der EU (The Worst EU Lobbying Award) und den Preis für den privilegiertesten Zugang (The Worst Privileged Access Award), der an EU-EntscheidungsträgerInnen vergeben wird, die Lobbyisten ein besonders offenes Ohr schenken. Zu den Kandidaten zählen u.a. die Agentur "Webber Shandwick" für den Aufbau einer Tarnorganisation, die angeblich die Zugangsmöglichkeiten zu Krebsbetreuung verbessern will, dabei aber die Interessen des Pharma-Riesen Roche fördert und der Pharmalobbyist Earnshaw. Die Online-Abstimmung läuft bis zum 4. Dezember 2006: www.worstlobby.eu/abstimmen.php WHO Anhörung zu neuer Forschungsstrategie (15.11.2006 /CW) Die WHO hat zu Stellungnahmen aufgerufen, welche Strategien eine neue Arzneimittelforschung folgen könne. Diese Stellungnahmen werden voraussichtlich in einer neuen Arbeitsgruppe diskutiert, deren Gründung im Mai 2006 beschlossen worden war. Die intergovernmentale Arbeitsgruppe soll Lösungen zur Ausweitung der Forschung an bisher vernachlässigten Armuts- und Tropenkrankheiten erarbeiten. Die BUKO Pharma-Kampagne hat der WHO eine Stellungnahme mit wesentlichen Eckpunkten für eine Gesundheitsforschung in öffentlicher Verantwortung übermittelt. WHO's public hearing on Public Health, Innovation and Intellectual Property Appell zu Universitätsforschung (15.11.2006 /CW) Studierende US-amerikanischer Universitäten fordern Veränderungen in der öffentlichen gesundheitsbezogenen Forschung. Für Patente, die Universitäten gehören, soll eine neue Lizenpolitik den gerechten Zugang zu Forschungsergebnissen ermöglichen. Auch soll verstärkt zu vernachlässigten Krankheiten geforscht werden. Neben klassischen Erfolgsindikatoren soll die Auswirkung auf soziale Gerechtigkeit als neuer Indikator zur Bewertung von Forschungsergebnissen eingeführt werden. Zusammen mit vielen anderen internationalen Organisationen unterstützt die BUKO Pharma-Kampagne die Initiative. Weitere Informationen zum Philadelphia Consensus Statement gibt es beim Bündnis Universities Allied for Essential Medicines Unterrichtsstunde zum Downloaden Seit Sommer 2006 bietet die BUKO Pharma-Kampagne Unterrichtsmaterialien zum Thema Globale Gesundheit und Arzneimittel an. Eine Unterrichtsstunde über Arzneimittelwerbung können Sie hier direkt downloden, weitere Unterrichtsmodule für Grundschule, Unter / Mittelstufe sowie für die Oberstufe können Sie für 15 Euro + 5 Euro Versandkosten bei uns bestellen. Hier geht's zur Unterrichtsstunde Arzneimittelwerbung. Die Schattenseiten der Gates-Stiftung (20.10.2006 /JS) „Wenn die sozialen und politische Gegebenheiten nicht berücksichtigt werden, kann die Gates Stiftung auch mit den wirksamsten Medikamenten die globale Ungleichheit nicht verringern.“ Das schreibt die kanadische Gesundheitswissenschaftlerin Anne-Emanuelle Birn in einem Editorial für den Toronto Star. Über 30 US-Zeitungen weigerten sich, den Beitrag zu veröffentlichen, der am Image vom großzügigen US-Amerikaner nagt. Im Pharma-Brief können Sie nun die Kritik erstmals auch auf Deutsch lesen. Weitere Themen: • Bericht über das Jubiläums-Symposium der Pharma-Kampagne • Durchbruch bei Tropenmedikament • Industrie schnüffelt Patientengruppen aus • USA schützen Whistleblower
Hier gehts zum Pharma-Brief 6/2006 [PDF 591 kB] Kritik an Patentierung embryonaler Stammzellen (28.9.2006/CW) Dürfen menschliche Stammzellen patentiert werden? Es geht um einen Präzedenzfall: Vor der Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes wird im Oktober 2006 die Patentierbarkeit menschlicher embryonaler Stammzellen verhandelt. Dieses Patent bildet das Basispatent für den gesamten embryonalen Stammzellbereich.
Wir unterstützen eine Briefaktion an das Patentamt. Wir fordern, mit der Entscheidung klar zu machen, dass keine Patente auf menschliche Embryonen und Keimzellen sowie auf daraus gewonnene Stammzellen erteilt werden können.
Weitere Informationen und Musterbriefe gibt es bei Kein Patent auf Leben Pharmakritik ist globaler Verbraucherschutz (16.9.2006) Anlässlich des 25 jährigen Jubiläums der BUKO Pharma-Kampagne trafen sich rund einhundert Fachleute und Interessierte aus Deutschland und aller Welt, um über Mangel und Überfluss im Arzneimittelsektor zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Dabei wurden Forderungen zu den Bereichen Zugang zu Arzneimitteln, Forschung und Information aufgestellt. mehr Fachzeitschrift zensiert sich selbst (19.9.2006 /JS) Die "Zeitschrift für Allgemeinmedizin" hat eine komplette Ausgabe eingestampft, um die Veröffentlichung eines pharmakritischen Artikels zu Magenmitteln stopppen. Es handelte sich dabei um den zweiten Beitrag einer Serie zur rationalen Arzneitherapie. Der erste Beitrag zu Blutdrucksenkern hatte zu heftigen Reaktionen der Anzeigenkunden geführt, deren Präparate nicht besonders gut weggekommen waren. Daraufhin entschied sich der Verlag, die nächste Ausgabe noch einmal neu zu drucken, statt dem zweiten Teil der Serie fand sich eine Anzeige auf der betreffenden Seite. Dummerweise hatte man aber vergessen, den Beitrag aus dem Inhaltsverzeichnis zu löschen. Der betroffene Autor, Prof. Michael Kochen (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin) bezeichnete in der Süddeutschen Zeitung die Entscheidung als "vorauseilende Zensur des Verlages". Link zu dem Artikel: Vorauseilende Zensur (SZ 19.9.2006) Firma Schwabe zensiert Kritiker (6.9.2006/ JS) Die deutsche Firma Schwabe hat aus wirtschaftlichen Gründen per Gericht verhindert, dass sich die australische Verbraucherschutzgruppe "AusPharm Consumer Health Watch" kritisch zu dem Ginkgo-Präparat Tebonin® äußern kann. Ein schwarzer Tag für den Verbraucherschutz. mehr [PDF/ 218 kB] Industrie soll Medikamente nicht mehr selber testen (5.9.2006/ JS) Fiona Godlee, Herausgeberin des angesehenen British Medical Journal, hat für Wirbel gesorgt. Sie hat die Nase voll von manipulierten Studienergebnissen. Ihre Schlussfolgerung aus den Skandalen um Manipulationen in den Veröffentlichungen von Industriestudien: „Arzneimittelherstellern sollte nicht erlaubt werden, ihre eigenen Produkte klinisch zu testen. Für die Zulassung ihrer Produkte sollten sie in einen zentralen Topf einzahlen, aus dem unabhängig und öffentlich die klinischen Studien finanziert werden.“ Lesen Sie mehr zur aktuellen Auseinandersetzung im Pharma-Brief 5/2006 [PDF/ 541 kB] ab Seite 6. „Time to deliver“: Menschen in armen Ländern müssen weiter warten Vielversprechende Ansätze scheitern an Geld und politischer Unterstützung (Toronto, 18. August 2006) Die BUKO Pharma-Kampagne macht als Mitglied des deutschen Aktionsbündnisses gegen AIDS auf die Ergebnisse der Welt-Aids-Konferenz in Toronto aufmerksam: Heute endet in Toronto/Kanada die 16. Weltaidskonferenz. „WissenschaftlerInnen, SozialarbeiterInnen und Betroffene haben viele erfolgversprechende Ansätze und Erfahrungen präsentiert. Es ist jedoch ein Schlag ins Gesicht der Armen, dass diese Konferenz ohne ausreichende Finanzierungszusagen endet“, mehr .... Bundesregierung will mehr Geld für AIDS-Bekämpfung ausgeben Worten müssen Taten folgen (14.8.2006/ CF) Wie Ministerin Wieczorek-Zeul unserer Vertreterin auf der Welt-AIDS-Konferenz in Toronto mitteilte, wird die Bundesregierung ihre Mittel für die AIDS-Bekämpfung für 2007-2009 auf 400 Millionen Euro pro Jahr erhöhen. Davon soll 150 Millionen der globale Fonds gegen AIDS, Malaria und TB bekommen und 250 Millionen sind für bilaterale Projekte vorgesehen. 50 Millionen davon müssen die betroffenen Länder allerdings zunächst selbst aufbringen. Im Gegenzug werden ihnen dann Schulden gestrichen. Ob dies funktioniert, bleibt abzuwarten. Wir begrüßen die Erhöhung der Gelder gegen AIDS. Jedoch müsste die Bundesregierung gemessen an der Wirtschaftskraft Deutschlands die doppelte Summe aufbringen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Frau Wieczorek-Zeul möchte die EU Präsidentschaft und den G8 Gipfel dazu nutzen, das Thema AIDS und Frauen stärker ins Blickfeld zu rücken, da 75% aller Neuansteckungen Frauen betreffen. Der rechtliche Status von Frauen muss daher weltweit dringend verbessert werden, Frauen müsssen Zugang von Kondomen und Femidomen erhalten. Mikrobizide müssen dringend weiter entwickelt werden. Für die Forschung daran will die Bundesregierung eine Million Euro bereit stellen. Ein Betrag, der allerdings absolut unzureichend erscheint, um etwas zu bewirken. Wir unterstützen sehr, das Thema Frauen und AIDS ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und fordern von der Bundesregierung mehr als Worte.
Schulmaterialien erschienen (26.6.06 / CF) Soeben erschienen sind die neuen Schulmaterialien "Gesundheit, Krankheit und Medikamente in der Einen Welt". Die BUKO Pharma-Kampagne präsentiert darin erstmalig die Themen ihrer Arbeit in einer für Kinder und Jugendliche verständlichen Form. Die Unterrichtsmappen für Primarstufe, Sekundarstufe I und II sowie ein Materialkoffer für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen sind ab sofort über die BUKO Pharma-Kampagne erhältlich. Mehr ... Schlechte Umweltbedingungen sind tödlich (26.6.2006/ JS) In einem neuen Bericht hat die Weltgesundheitsorganisation erstmals das globale Ausmaß von umweltbedingten Erkrankungen und Todesfällen deutlich gemacht. Fast ein Viertel aller Menschen, die sterben, fallen der schlechten Umwelt zum Opfer. Die Dritte Welt ist am stärksten betroffen, aber auch Industrieländer könnten durch bessere Vorsorge noch viel erreichen. Pharma-Brief 4/2006 [PDF/ 886 kB] Pharma-Brief in neuem Gewand (9.6.2006 /JS) Zum 25-jährigen Bestehen hat der Pharma-Brief ein neues Layout bekommen. In der aktuellen Ausgabe gibt es weitere Informationen über die wegweisende Entscheidung der Weltgesundheitsversammlung zur Forschungspolitik. Sie erfahren, dass Dr. Rath AIDS-Gruppen in Südafrika nicht mehr übel nachreden darf - und es trotzdem weiter tut. Außerdem können Sie lesen, was Cornflakes mit Medikamenten zu tun haben und dass ein neues Gesetz für die PatientInnen hierzulande weniger Zuzahlungen bedeuten wird. Mehr im neuen Pharma-Brief 4/2006. Weitere Themen: * Kein Geld mehr für unabhängige Arzneimittelinfo in Großbritannien * AIDS-Medikamente: Zugang erschwert * Werbung: Burda fordert Freigabe von Anzeigen für Rezeptpflichtige Arzneimittel in Illustrierten Pharma-Brief 3/2006 [PDF/ 601 kB] Wegweisende Entscheidung auf der Weltgesundheitsversammlung (30.5.2006/CW) Unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO wird einen Aktionsplan erarbeitet, mit dem Forschungslücken für Tropen- und Armutskrankheiten geschlossen werden sollen. Das wurde auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf einstimmig beschlossen. Weitere Informationen im Pharma-Brief 3/2006.
Mehr ... Weltgesundheitsversammlung: Neue Wege in der Pharma-Forschung? (25.5.2006/CW) Auf der Weltgesundheitsversammlung wird eine Resolution der Regierungen von Kenia und Brasilien diskutiert. Ziel ist die Schaffung eines Rahmens, um neue Wege für eine bedarfsgerechte Arzneimittelversorgung zu finden. Die meisten Länder Afrikas und Lateinamerikas unterstützen die Pläne - aber die deutsche Delegation blockt ab.
Mehr.... Schlimmer als im Roman: Kinderversuche von Pfizer in Nigeria (9.5.2006/ JS) 1996 hat der US-Konzern Pfizer unethische Medikamentenversuche in Nigeria durchgeführt, fünf Kinder starben. Offensichtlich wurden die Eltern der Kinder nicht darüber aufgeklärt, dass es sich um ein riskantes Experiment mit einem nicht zugelassenen Medikament handelte. Erst vor wenigen Tagen wurden Details bekannt. Mehr ... BUKO Pharma-Kampagne feiert 25. Geburtstag (8. Mai 2006/ CF) Um der deutschen Pharmaindustrie auf die Finger zu schauen hat sich vor 25 Jahren die BUKO Pharma-Kampagne gegründet. Ein Vierteljahrhundert kritische Arbeit hat dafür gesorgt, dass sich das Medikamentensortiment deutscher Firmen und in Ländern des Südens, aber auch in Deutschland wesentlich verbessert hat. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens will die BUKO Pharma-Kampagne mit einem Symposium zum Thema Mangel und Überfluss – Medikamente in Nord und Süd in die Zukunft schauen. Internationale ExpertInnen diskutieren diese brennenden Fragen am 15. und 16. September in Bielefeld. (Für ÄrztInnen ist die Veranstaltung mit 7 Fortbildungspunkten zertifiziert) Hier gehts zum Programmflyer Jubiläum [PDF/220 kB] Falsche Fronten gegen Fälscher (12. April 2006/ JS) Arzneimittelfälschungen sind ein Problem. Über das Ausmaß ist erstaunlich wenig bekannt. Was passiert aber, wenn sich die Weltgesundheitsorganisation mit der Industrie zusammensetzt, um über Maßnahmen gegen Fälschungen zu beraten? Einseitige Lösungsvorschläge werden gemacht. Mehr dazu im neuen Pharma-Brief 2/2006 [PDF/ 236 kB] Forschung wird Weltthema (1. März 2006 /JS) Auf der kommenden Weltgesundheitsversamlung werden auf Antrag Kenias und Brasiliens erstmals die schiefen globalen Forschungsprioriäten im Gesundheitsbereich diskutiert werden: Wegen der stark kommerziell ausgerichteten Pharmaforschung werden verbreitete Krankheiten wie Tuberkulose, Schlafkrankheit oder Malaria, von denen hauptsächlich arme Menschen betroffen sind, sträflich vernachlässigt. Mehr im neuen Pharma-Brief 1/2006 [PDF/ 193 kB] Doch billigere Arzneimittel? (27.2.2006 /JS) Der Bundestag verabschiedete eine in wichtigen Punkten veränderte Fassung des Arzneimittelwirtschaftlichkeitsgesetzes (AVWG). Eine Formulierung, die Preisbegrenzungen für jedes neue Medikament – ohne Rücksicht auf dessen tatsächlichen Nutzen – verhindert hätte, wurde durch eine Klarstellung entschärft. Gestrichen wurde eine industriefreundliche Regelung im Gesetzentwurf, dass mindestens zwei Wirkstoffe zum Festbetrag erhältlich sein sollten. Das hätte es in vielen Fällen unmöglich gemacht, eine Festbetragsgruppe zu bilden, weil die Preise dadurch in die Höhe getrieben worden wären. Neu ist, dass bei sehr preiswerten Arzneimitteln die Kassen künftig auf eine Zuzahlung ganz verzichten können. Krankenhäuser werden verpflichtet, bei Entlassung preiswerte Mittel zu verordnen. Die Bonus / Malus-Regelung für Praxen wurde verändert. So wurde die Grenze, ab der ÄrztInnen, die zu viel (teure) Medikamente verschreiben, einen Teil der Kosten selbst tragen müssen, nach oben verschoben. Einige Ärztevereinigungen haben Proteste bis hin zur Ausstellung von Privatrezepten angedroht. Vielleicht sollten die Standesvertreter lieber verhandeln. Sie können mit den Kassen auf Landesebene andere Vereinbarungen treffen, um eine wirtschaftlichere Verordnung zu erreichen – dann entfällt die Malus-Regelung.
Kostensteigerung per Gesetz? (18.1.2006/JS) Heute wird das Arzneimittelwirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) im Gesundheitsausschuss des deutschen Bundestages in einer Anhörung zur Debatte gestellt. Nicht nur die Pharma-Kampagne befürchtet, dass sich das Ziel des Gesetzes, Geld zu sparen sich ins Gegenteil verkehrt. Theapeutische Verbesserungen sollen als Kriterium nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Eine Einladung an die Industrie noch mehr unsinnige Scheininnovationen auf den Markt zu bringen, die Kassen und Patienten müssen es ja schließlich zahlen. Mehr in der Pressemitteilung zum AVWG [PDF/ 31 kB] Wer ist Hippo? Ewiger Gärtner stößt auf großes Interesse (12.1.2006/ JS) Der Kinofilm "Der ewige Gärtner" ist mit Erfolg angelaufen und hat der Pharma-Kampagne große Aufmerksamkeit beschert. Zahlreiche Rundfunksender und Tageszeitungen, darunter die Frankfurter Rundschau, berichteten ausführlich, wer hinter der kleinen kritischen Gruppe "Hippo" im Film steckt. Pressemitteilung "Kinofilm mit Pharmakritik" [PDF/ 53 kB] Neuer Pharma-Brief Spezial: Arzneimittelforschung im öffentlichen Interesse? (23.12.2005/ JS) Arzneimittel sollen ein Segen für die Menschheit sein. Doch wird die Forschung ihren eigenen Ansprüchen gerecht? Neue AIDS-Medikamente sind für die meisten Betroffenen unbezahlbar. Und an Mitteln für in armen Ländern verbreitete Krankheiten wird kaum geforscht. Das gegenwärtige Förderungssystem, das stark auf Patentschutz setzt, garantiert den Firmen zwar hohe Gewinne, doch der Nutzen der Arzneimittelforschung für die Menschheit ist eher begrenzt. Der Pharma-Brief Spezial 2/2005 [PDF/ 533 kB] zeigt, warum das so ist und was sich ändern müsste. Was hat "Der ewige Gärtner" mit der Pharma-Kampagne zu tun? (13.12.2005/ JS) Am 12. Januar wird "Der ewige Gärtner" in Deutschland in die Kinos kommen. Wer genau hinschaut, wird in dem Film, der nach einem Buch von John le Carré gedreht wurde, auch die BUKO Pharma-Kampagne wiedererkennen. Die Hauptfigur des Films, Tessa Quayle, war einem skandalösen Medikamentenversuch in Kenia auf der Spur. Dabei hatte sie auch Kontakt zu der kleinen kritischen Gruppe Hippo in Deutschland aufgenommen. Die Vorlage für Hippo ist die BUKO Pharma-Kampagne. Vor gut fünf Jahren besuchte John le Carré die Kampagne in Bielefeld. Lesen Sie mehr im neuen Pharma-Brief 9-10/2005 [PDF 183 kB] WTO - Keine Verbesserungen im Medikamentenzugang (8.12.2005/ JS) Mit einer Blitzentscheidung hat die WTO am 6. Dezember die vorläufige Regelung zu grenzüberschreitenden Zwangslizenzen in eine permanente Regel verwandelt. Eine solche Klausel ist für Länder wichtig, die selbst keine Medikamente herstellen können und auf Importe angewiesen sind. Viele Nichtregierungsorganisationen kritisieren diese überhastete Entscheidung, die einen schlechten Kompromiss zur Dauerkrise machen wird. Denn die Regeln sind einschränkend, verhindern Wettbewerb und treiben damit die Kosten für die ärmsten Länder in die Höhe. Ärzte ohne Grenzen beklagt bereits jetzt, dass die Medikamente für AIDS-Patienten, die mit den Standardmitteln der behandelt werden können, 5 bis 30 mal so teuer sind wie die Standardtherapie. Weitere Infos bei Intellectual Property Watch Neuer Film zu AIDS: Eine Frage der Menschlichkeit (26.10.2005 /JS) Ein besonderes Filmprojekt hat die Pharma-Kampagne mit der indischen Filmemacherin T. Jayashree fertiggestellt. Der Film "Eine Frage der Menschlichkeit" beschäftigt sich mit den Schicksal von AIDS-Kranken in Indien und Deutschland. Dabei kommen sowohl Betroffene aus der "Mitte der Gesellschaft" wie auch Menschen aus Randgruppen zu Wort. Ergänzt werden diese Zeugnisse mit Bildern von Aktionen für einen besseren Zugang zu AIDS-Medikamenten und Stellungnahmen von Fachleuten. Der Film wird im Pharma-Brief 8/2005 vorgestellt. Weitere Themen: • Licht für Laien: Neue Arzneimittelzeitschrift wird vom BUKO mit herausgegeben • Hormontherapie in den Wechseljahren: Keine Entwarnung • Medikamentenworkshop auf der zweiten People's Health Assembly • Neue Bücher zur Forschung
Pharma-Brief 8/2005 [ca 600 kB/PDF] Endlich: Unabhängige Arzneimittelinfos für Laien (19.10.2005 /JS) Heute wurde in Berlin ein außergewöhnliches Zeitungsprojekt vorgestellt. Mit "Gute Pillen - Schlechte Pillen" wird es in Deutschland erstmals ein unabhängiges Informationsblatt zu Arzneimitteln geben, das sich direkt an VerbraucherInnen wendet. Das besondere an den werbefreien Blatt: Dahinter steckt die Sachkompetenz von drei Zeitschriften: Der Arzneimittelbrief, arznei-telegramm und dem vom BUKO herausgegebenen Pharma-Brief. Hier geht es zu Gute Pillen - Schlechte Pillen Boehringer Ingelheim läßt zu wünschen übrig (11.7.2005/ JS) Boehringer Ingelheim rühmt sich gern seines AIDS-Medikaments Nevirapine. Doch längst nicht alles, was die Firma in armen Ländern anbietet, ist auch nützlich. Jedes zweite angebotene Mittel ist zweifelhaft. Mehr dazu im Pharma-Brief 5/2005. Weitere Themen: • Forschung: Neue Wege • Deutschland: Arzneimittelsicherheit • Industrie: Lobby will freie Bahn. Pharma-Brief 5/2005 [PDF 235 kB] Billige Arzneimittel: EU hilft den Ärmsten nicht (30.6.2005 /JS) Momentan arbeitet die EU-Kommission an Regeln, wie auch die ärmsten Länder ohne eigene Pharmaindustrie Zugang zu preiswerten Medikamenten erhalten sollen. Doch der Industrieeinfluss ist groß. Die Vorlage der Kommission verheißt nichts Gutes für die Armen. Lesen Sie mehr dazu im neuen Pharma-Brief 4/2005 ab S.3. Weitere Themen: • Tarnen und täuschen: Wie Merck & Co ihren COX-2 Hemmer schützte (siehe untenstehende Meldung vom 16.6.2005) • Chemie-Gewerkschaft will Pharmaindustrie mit Steuergeldern stärken • Off-Label Gebrauch: Medikamenteneinsatz jenseits des Erlaubten.
Hier gehts zum Pharma-Brief 4/2005 [PDF/ 674 kB] Der ewige Gärtner als Film (27.6.2005 /JS) Der Krimi "Der ewige Gärnter" des weltbekannten Autors John le Carré spielt unter anderem auch bei der BUKO Pharma-Kampagne (im Buch "Hippo"). Jetzt kommt "Der ewige Gärtner" als Film in die Kinos. Internationaler Starttermin ist der 26. August 2005. Tarnen und täuschen - Wie MSD versuchte Vioxx zu retten (16.6.2005 /JS) Kein Medikament in der Firmengeschichte von MSD (Merck & Co) erreichte so schnell über eine Milliarde Dollar Umsatz wie das Schmerzmittel Vioxx (Rofecoxib). Blockbuster nennt die Branche solche Mittel. Bereits ein Jahr nach der Zulassung, also 2000, wusste die Firma, dass Vioxx zu risikoreich ist. Aber erst im September 2004 wurde das Mittel vom Markt genommen. Mit welchen Methoden die Firma ÄrztInnen und Öffentlichkeit in die Irre führte, deckte jetzt der US-Kongress auf. Vom Handschlag bis zur manipulierten Statistik wurde nichts dem Zufall überlassen. Lesen Sie vorab den Leitartikel im Pharma-Brief 4/2005 Indisches Patentgesetz gefährdet Arzneimittelversorgung (2.5.2005 /JS) Indien produziert weltweit die günstigsten Medikamente. Viele arme Länder sind auf in Indien produzierte AIDS-Medikamente angewiesen. Doch jetzt musste Indien wegen der Welthandelsorganisation das Patentrecht ändern. Vor allem der Zugang zu neuen Medikamenten könnte schwierig werden. Mehr dazu im neuen Pharma-Brief. Weitere Themen: • Privatisierung der Krankenversicherung hilft nicht • Britisches Parlament kommt zu vernichtendem Urteil über Pharmaindustrie • COX-2 Hemmer: Nächstes Mittel vom Markt • Deutschland: Arzneimittelsicherheit zu verkaufen Pharma-Brief 3/2005 [PDF/ 594 kB] Arzneimittelkontrolle als Wirtschaftsförderung (26.4.2005 /JS) Jetzt ist es so weit. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt stellte den Gesetzentwurf für die von ihr gemeinsam mit der Pharmaindustrie geplante neue Arzneimittelagentur DAMA vor. Trotz Protesten der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und vielen weiteren kritischen Stimmen läßt die DAMA für den VerbraucherInnenschutz das Schlimmste befürchten. Die DAMA-MitarbeiterInnen sollen nach Leistung bezahlt werden, das Geld stammt direkt von der Pharmaindustrie. Mehr in Kürze im neuen Pharma-Brief 3/2005. Merck reagiert auf Kritik (24.3.2005/ JS) Als Reaktion auf die Arzneimittelstudie der Pharma-Kampagne kündigte die deutsche Merck KGaA jetzt den Rückzug einiger risokoreicher Medikamente aus Pakistan und Südafrika an. An weiteren umstrittene Produkten will der Hersteller aber festhalten. Mehr dazu im neuen Pharma-Brief 2/2005. Weitere Themen: * Rheumamedikamente vom Typ COX-2 Hemmer weiter in der Kritik * Patentpools: Neuer Weg der Forschungsförderung für vernachlässigte Krankheiten. Hier gehts zum Pharma-Brief 2/2005 [PDF/ 615 kB] Proteste gegen Patente in Indien (25.2.2005 /JS) Am 26. Februar 2005 gibt es einen globalen Aktionstag gegen die geplante Arzneimittelpatentgesetzgebung in Indien. Das Land ist bisher der preiswerteste Versorger für AIDS-Medikamente weltweit. Der vorliegende Entwurf würde dem ein drastisches Ende bereiten. Weitere Informationen zur neuen Patentgesetzgebung in Indien. Abschaffung der Arzneimittelsicherheit (24.2.2005 /JS) Die Zulassungsbehörde für Arzneimittel in Deutschland soll abgeschafft werden. Stattdessen soll eine "nach ökonomischen Grundsätzen geführte" Agentur für eine schnelle Zulassung neuer Medikamente sorgen. Dieser Vorschlag ist das Ergebnis einer "Task Force" im Gesundheitsministerium, die sich hauptsächlich aus Vertretern der Pharmaindustrie zusammensetzte. Der Gesetzentwurf wurde an die Presse lanciert, bevor die Abgeordneten des Bundestages ihn überhaupt zu sehen bekamen. Das ZDF-Magazin "Frontal 21" berichtete am 22.2. unter dem Titel "Tod durch Nebenwirkung - Abschaffung der Arzneimittelsicherheit". Der Pharma-Brief kam in der Sendung auch zu Wort. Video und Text der Frontal 21 Sendung vom 22.2.2005 zur Arzneimittelsicherheit. AIDS: Todesstatistik schockt Südafrika (22.2.2005 /JS) Während die Zahl der behandelten AIDS-Kranken in Südafrika wächst, macht die neue Todesursachen-Statistik die Notwendigkeit eines drastischen Umsteuerns deutlich: 2002 sind die Todesfälle gegenüber 1997 um 57% gestiegen. Ein Großteil der Zunahme ist AIDS geschuldet. Besonders schlimm trifft es jüngere Frauen. Viel mehr Frauen als Männer in der Altersgruppe zwischen 15-29 sind HIV-positiv. Starben 1997 bei den 25-29 jährigen noch ein Drittel weniger Frauen als Männer, sind es 2003 fast ein Drittel mehr Frauen. Am 16. Februar demonstrierten deshalb in Kapstadt vor dem Parlament 5000 Menschen für eine zügige Ausweitung des Behandlungsprogramms, das derzeit 27.000 Kranke erreicht. Sie forderten, dass bis 2006 mindestens 200.000 Menschen Zugang zur AIDS-Behandlung bekommen müssen. Demenzmittel schadet (15.2.2005 /JS) Im Dezember berichteten wir im Pharma-Brief über fragwürdige Medikamente gegen Alzheimer-Demenz (Donepezil u.a.). Sie bieten bestenfalls einen marginalen Nutzen, bergen aber erhebliche Risiken. Das arznei-telegramm (2/2005, S. 24) berichtet jetzt über Warnungen aus Kanada wegen der Risiken des Alzheimer-Mittels Galantamin. In einer zweijährigen Studie starben dreimal so viele PatientInnen unter Galantamin als unter Placebo. Das arznei-telegramm sieht Parallelen zu dem häufig verschriebenen Mittel Donepezil, da beide Mittel auch auf das Herz-Kreislaufsystem wirken. Den Artikel "Alzheimer: Geschäfte mit dem Vergessen" finden Sie im Pharma-Brief 9-10/2004 (S.4) [PDF /514 kB] 2004: Ein ereignisreiches Jahr für die Pharma-Kampagne (8.2.2005 /JS) Von einer Aktion mit Bono und Grönemeyer bis zu einer Bewertung des Nutzens von über 2500 deutschen Medikamenten in der Dritten Welt reichte das Aktivitätsspektrum der Pharma-Kampagne im vergangenen Jahr. Wer mehr wissen will, findet einen ausführlichen bebilderten Bericht im neuen Pharma-Brief.
Weitere Themen: * Arzneimittelsicherheit nicht gewährleistet * Pfizer verschenkt Geld * Brasilien beschafft billige Medikamente per Zwang * US-Sonderweg bei AIDS in der Kritik. Weiterlesen im Pharma-Brief 1/2005 [PDF/ 846 kB] Arzneimittelsicherheit muss verbessert werden (21.1.2005 /JS) Arzneimittel können auch Risiken haben, doch darüber ist viel zu wenig bekannt. Die unabhängigen europäischen Arzneimittelzeitschriften veröffentlichten deshalb heute die "Berliner Deklaration zur Pharmakovigilanz". Angesichts der Arzneimittelskandale der letzten Monate kommen die Forderungen gerade zur rechten Zeit. Besondere Aktualität erhält die Diskussion durch das gegenwärtig um Bundestag diskutierte Informationsfreiheitsgesetz. Sollte es in der jetzigen Form umgesetzt werden, würde es für Arzneimittel ein Informationsverhinderungsgesetz, denn Geschäftsgeheimnisse sollen von der Offenlegungspflicht ausgenommen werden. Ältere aktuelle Meldungen finden Sie hier. Pressemitteilungen Hier finden Sie unsere Pressemitteilungen.

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